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Stormarner Tageblatt

21. September 2017 | 08:49 Uhr

Ausbildung in luftiger Höhe

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

18 Azubis sanieren die Überland-Strommasten zwischen Klein Barnitz und Benstaben – und sorgen auch für Vogelschutz

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 11:32 Uhr

„Ganz schön windig da oben in 15 Metern Höhe“, meint Ausbildungsleiter Tobias Ernecke und deutet auf Florian Rabing und Justin Knäbe – beide 17 Jahre und zwei der 18 Auszubildenden zum Elektroniker für Betriebstechnik, die auf den Masten der Freileitungen zwischen Benstaben und Klein Barnitz die alten Keramik- gegen neue Glaskappenisolatoren tauschen und gleichzeitig mit so genannten „Büschelabweisern“ für den Vogelschutz sorgen. Die neuen Glaspkappenisolatoren gebe es zwar schon seit 20 Jahren, auf dem Land müssten jedoch noch so einige Strommasten saniert werden, so Ernecke. Besorgt schaut er gen Himmel: „Wenn es zu sehr weht, müssen wir abbrechen.“ Doch seine Azubis seien so einiges von der Nordseeküste gewöhnt. Windstärke sechs sei schon ganz ordentlich, aber auch ein gutes Training.Die „Azubi-Kolonne“ der Schleswig-Holstein Netz AG kommt aus Schleswig-Holstein, Nienburg und Lüneburg.

„Ich habe mich schon immer für Technik interessiert“, sagt Azubi Steffen Kamp (18) aus Uelzen. Allerdings habe er vorher nicht gewusst, dass er so hoch hinaus müsse. Doch das stört ihn überhaupt nicht: „Besonders bei gutem Wetter ist die Sicht auf den Masten gigantisch, und es macht mir richtig Spaß.“ Höhenangst dürfe man natürlich nicht haben betont der technische Koordinator Ralf Kitzing aus Ahrensburg. Drei Ausbildungsleiter überwachen akribisch ihre Schützlinge, denn wichtig ist natürlich die Absicherung in großer Höhe. Da muss jeder Handgriff sitzen. Mit Steiggurten erklimmen die Azubis die Masten, mit einem an einer Winde befestigten Stoffeimer werden die Ersatzteile nach oben gezogen. „Hier wird mit der Leiter geübt, ein Hubsteiger verursacht zu viele Flurschäden“, so Ernecke.

Die Ortsnetzstation in Klein Barnitz wird während der Arbeiten von einem Notstromaggregator versorgt, die Station in Benstaben über das eigene Netz . „Die Azubis arbeiten, so viel sie in zwei Tagen schaffen. Immerhin besteht die gesamte Stromleitung aus 25 Masten. „Es ist die praktische Anwendung dessen, was sie bereits vorher in der Werkstatt oder an Übungsmasten gelernt haben“, erklärt Jungausbildungsleiter Alexander Nietfeld aus Nienburg. Ein bis zwei Stunden bräuchten die Azubis für die Sanierung eines Strommastes, wobei die Arbeitssicherheit immer im Vordergrund stehe, denn die angehenden Elektroniker arbeiten an 11 000-Volt-Freileitungen. Neben demAzubi- Training haben die Arbeiten noch einen Nebeneffekt: Sie dienen der störungsfreien Stromversorgung rund um Barnitz.

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