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Nach Betam-Pleite : Aus Schuttbergen wird Lärmschutzwall

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Autobahn ist saniert, die Baufirma in der Insolvenz und die Landwirte, die Flächen zu Verfügung stellten, gucken in die Röhre. Der Boden von den A1-Lagerstätten soll in Barsbüttel verwendet werden.

Für die drei Landwirte, auf deren Äckern die Schuttberge der insolventen Baufirma Betam liegengeblieben waren, könnte es doch noch ein erträgliches Ende geben. Der Insolvenzverwalter hat die Bürgschaften freigegeben. Zudem soll ein Teil des verdichteten Bodens in einem Lärmschutzwall eingebaut werden.

Die Bochumer Firma war im Dezember 2014, kurz nach Fertigstellung der A1 zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld, in Konkurs gegangen. Um die drei Ackerflächen nördlich von Bad Oldesloe, auf denen Sandberge aufgeschüttet, Steine gebrochen und Beton gemischt wurde, kümmerte sich dann zunächst niemand. Maschinen und Gerätschaften wurden später abgeholt, der Rest blieb aber liegen.

Die Genehmigung für die Nutzung der Flächen für den Autobahnbau hatte seinerzeit die Naturschutzbehörde des Kreises mit der Auflage erteilt, sie am Ende wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Nach den Betam-Pleite wären allerdings die Landwirte in der Pflicht gewesen, die ihre Flächen an die Baufirma verpachtet hatten.

Zwar sind in Verträgen Unwägbarkeiten wie eine Insolvenz durch Bankbürgschaften abgesichert, allerdings nie in voller Höhe. Der Kreis hatte sich für die Wiederherstellung der Flächen eine Bürgschaft über 300  000 Euro geben lassen. Das Geld hat der Insolvenzverwalter jetzt ausgezahlt, ebenso wie die hinterlegten Bürgschaften für die Landwirte, eine Summe im fünfstelligen Bereich.

Das Geld reicht allerdings bei weitem nicht, um die dort abgelagerten 180  000 Kubikmeter abtransportieren zu lassen, schätzt Kreisbaudirektor Klaus Kucinski. In die Verhandlungen war auch der Lübecker Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr einbezogen, der die A1-Sanierung an Betam vergeben hatte, bei den anderen Verträgen aber außen vor war.

Die Idee ist, einen Teil der Erd- und Schuttberge in einem Lärmschutzwall zu verbauen, der kurz vor dem Kreuz Ost im Barsbütteler Ortsteil Willinghusen entstehen soll. Weil dort ein Wasserschutzgebiet ist, sind nur bestimmte Böden zugelassen. „Wir haben noch nicht alles beprobt“, sagt die stellvertretende Leiterin des Straßenbauamts, Britta Lüth, „es wird aber nicht die gesamte Menge benötigt, sondern nur ein Teil.“

Die bisherigen Stichproben haben gezeigt, dass die Böden nicht kontaminiert sind. Auch wenn noch weitere Untersuchungen notwendig sind, ist Kucinski überzeugt, dass eine Lösung gefunden werden kann. Anfang März ist ein Gespräch mit dem Ministerium, dem Straßenbauamt und den Landwirten angesetzt.

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