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Kreis Stormarn : Aus Jungstörchen sind junge Eltern geworden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Beeindruckende Bilanz: Mehr besetzte Nester, mehr Nachwuchs und gute Bedingungen durch intensive Landwirtschaft.

Zum fünften Mal in Folge können die Storcheneltern Andreas Hack und Kerstin Kommer vom Nabu auf ein überaus erfolgreiches Storchenjahr zurück blicken. Bargfeld Stegen entwickelt sich dabei zum Stormarner Storchendorf. Dort brüteten sechs Paare. Mit 30 besetzten Nestern brüteten in Stormarn insgesamt sechs Paare mehr als im Vorjahr. In Mollhagen und in Klein Wesenberg wurden jeweils vier Junge groß gezogen.

In diesen Jahr wurden von Meister Adebar in Delingsdorf, Klein Schenkenberg, Meddewade, Rethwischfeld, Stemwarde und zweimal in Bargfeld Bargfeld-Stegen Nester besetzt, in denen seit noch nie oder seit Jahren kein Storch mehr mehr Junge aufgezogen hatte.

Dabei hatte das Brutgeschäft in diesem Jahr gar nicht so berauschend angefangen. „Eine nasskalte erste Maihälfte führte leider zu Verlusten bei den Jungstörchen, deren Eltern schon früh mit der Brut begonnen hatten. Daneben hat sich ergeben, was wir schon vorhergesehen hatten. Viele Paare waren Nachwuchs der letzten Jahre und deshalb noch unerfahren im Brutgeschäft“, sagt Andreas Hack.

Diese Unerfahrenheit führte dazu, dass die Paare gar keine oder nur einzelne Junge großzogen. Das durchwachsene Wetter ab der zweiten Maihälfte und die gute Nahrungsgrundlage für die Störche waren dann aber nahezu optimal, um erfolgreich Nachwuchs aufzuziehen. Dieses Bild zeigt sich in diesem Jahr für ganz Schleswig-Holstein. Es gab rund 290 Horstpaare mit mehr als 500 Jungstörchen – so viele wie seit 1983 nicht mehr.

Trotz des widrigen Beginns werden in diesem Jahr 50 Jungstörche aus Stormarn in die Winterquartiere starten. Nur 1999 hatte es mit 56 Jungstörchen ein besseres Brutergebnis gegeben. Im Vorjahr zogen die Altvögel 47 Junge groß. „Insgesamt betrachtet liegt der diesjährige Wert von 1,7 Jungen pro Horstpaar im langjährigen Durchschnitt und reicht damit aus, um den Storchenbestand in Stormarn weiter zu halten“, so Hack.

„Dieses Ergebnis ist erstaunlich, zumal in den letzten Jahren viele Wiesen in Maisacker umgewandelt wurden und eigentlich damit viel an Nahrungsgrundlage für die Störche verloren gegangen ist. Andererseits hat sich in der Landwirtschaft auf den verbleibenden Grünlandflächen in den letzten Jahren die Heu- und Grasernte zum Vorteil für die Störche verändert. Während die Bauern früher nahezu alle gleichzeitig Ende Mai/Anfang Juni Heu gemacht haben, wird heute von Mitte Mai bis Ende Juli immer irgendwo Gras für Heu, Grassilage, Grasrundballen geerntet. Durch die unterschiedlichen Erntemöglichkeiten sind die Landwirte nicht mehr so sehr an die Jahreszeit gebunden, und es kann mehrfach geerntet werden, was für die Störche dazu führt, dass sie über den gesamten Zeitraum der Jungenaufzucht irgendwo abgeerntetes Grünland und damit ausreichend Nahrung für ihre Jungen finden. Somit ist die intensive Landwirtschaft für die Störche in diesem Fall ausnahmsweise nicht zum Nachteil“, so der Storchenbetreuer.

Die jährliche Kontroll- und Instandhaltungstour der Storchennester durch die Gebietsbetreuer, die es im letzten Jahr erstmals gab, hat sich bewährt und wird in diesem Jahr genau so erfolgen. Bei der Tour mit finanzieller Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn durchgeführten Tour werden wieder etwa zehn bis zwölf Storchennester kontrolliert und gereinigt. Im Abstand von zwei bis drei Jahren wird das stark verdichtete Nistmaterial von den Horsten abgetragen und durch Holzhackschnitzeln ersetzt, wodurch die Nässe in den Nestern besser abgeleitet werden kann. Außerdem wird die Unterkonstruktion auf Tragfähigkeit überprüft, und eingeschleppte Fremdkörper wie Plastikfolie und Schnüre, die eine Gefahr für die Störche darstellen könnten, werden entfernt.

 

Von Störchen besetzte Nestern im einzelnen:

Bargfeld-Stegen Tonnenteich 2, Bargfeld-Stegen Mittelweg 1, 1 und 2, Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe 1. Bargfeld-Stegen Elmenhorster Str. 1, Delingsdorf 0, Grönwohld 0, Groß Barnitz 1, Hammoor 2, Heilshoop 1, Jersbek 0, Klein Wesenberg 4, Klein Schenkenberg 1, Lasbek-Dorf 3, Meddewarde 1, Mollhagen 4, Neritz 3, Papendorf 3, Rethwischfeld 3, Rümpel-Dorf 3 , Rümpel-Rohlfshagen 0, Seefeld 2, Sprenge 2, Stemwarde 0, Sühlen 3, Tangstedt 0, Todendorf 3, Tremsbüttel 3 und Westerau 0.

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