Kreis Herzogtum Lauenburg : Aus dem Osterfeuer gerettet: Glück für Fuchs-Welpe Benjamin

Rotfuchswelpe Benjamin wird jetzt in der Wildtierstation in Sparrieshoop (Kreis Pinneberg) betreut.

Rotfuchs-Welpe Benjamin wird jetzt in der Wildtierstation in Sparrieshoop (Kreis Pinneberg) betreut.

Das Feuer in Büchen brannte schon, als jemand den Rotfuchs entdeckte. Für den Rest des Wurfs kam jede Hilfe zu spät.

shz.de von
04. April 2018, 10:30 Uhr

Büchen | Immer wieder warnen Tierfreunde, dass bei Osterfeuern Kleintiere verbrennen können – ein Schicksal, das fast auch einen kleinen Rotfuchs in Büchen (Kreis Herzogtum Lauenburg) getroffen hätte. Der Holzhaufen brannte in der Nacht zu Sonntag bereits, als ein Besucher entdeckte, wie der Welpe mit seinen kleinen Beinchen aus dem Feuer zu entkommen versuchte. So berichtete es am Dienstagabend die Wildtierstation Hamburg/Schleswig-Holstein.

Der Mann habe kurz entschlossen ins Feuer gegriffen und den Fuchs gerettet. „Unversehrt, gerade noch rechtzeitig gelang die Rettung“, sagte Christian Erdmann, Stationsleiter der Wildtierstation. Da die Anwesenden zunächst davon ausgingen, dass es sich bei den Welpen um einen Wolf handelt, sei zunächst ein Wolfsberater um Hilfe gerufen worden. Dieser habe gleich erkannt, dass es sich bei dem Tier um einen drei Wochen alten Rotfuchs handelt. Der auf den Namen Benjamin getaufte Fuchs wurde in die Wildtierstation Hamburg/Schleswig-Holstein nach Sparrieshoop im Landkreis Pinneberg gebracht.

„Der Fuchswelpe ist dem Tod von der Schippe gesprungen“, so Erdmann. Die traurige Nachricht: Seine Wurfgeschwister seien nicht gerettet worden. Sie sind im Feuer verbrannt. Erdmann forderte, die großen Feuer kurz vor dem Verbrennen umzuschichten. „Das ist nicht der erste Fuchs der im Osterfeuer verbrannt ist“, ärgert sich der Wildtierfreund.

Veranstalter von Osterfeuern sind auch gesetzlich verpflichtet, die Stapel vor dem Abbrennen umzuschichten. Der Leiter der Wildtierstation kritisiert, dass dies kaum umgesetzt und kontrolliert werde. „Ganz abgesehen von der Feinstaubbelastung ist solch ein tierquälerischer Brauchtum in der heutigen Zeit unbedingt mal zu überdenken“, so Erdmann.

Fuchswelpe Benjamin hatte Glück. Er genießt nun die Rundumbetreuung mit nächtlichen Milchflaschen und ganztägigen Streicheleinheiten. Nach erfolgreicher Aufzucht soll der Fuchs wieder freigelassen werden.

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