Auftragsmord in Oldesloe - Hexe verklagt Bürgermeister

Zwei Mordsschwestern: Sandra Lüpkes (li.) und Eva Almstädt beim Oldesloer Krimiabend.  Foto: Olbertz
Zwei Mordsschwestern: Sandra Lüpkes (li.) und Eva Almstädt beim Oldesloer Krimiabend. Foto: Olbertz

Volles Haus beim zweiten Oldesloer Krimiabend / Lesung mit Büfett ausverkauft

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24. September 2011, 08:17 Uhr

Bad Oldesloe | Mit einem furiosen Finale endeten jetzt die 13. Frauenkulturtage. 60 Plätze hatte Gleichstellungsbeauftragte Marion Gurlit zu vergeben - aber die Nachfrage für die Krimilesung mit Büfett war deutlich höher. Auch ohne Werbung war die Veranstaltung schon lange ausverkauft. "Ich hätte noch mal so viele Karten verkaufen können", erzählte die Organisatorin. Aber mehr Plätze bietet das Bürgerhaus nun mal nicht. Eine größere Location, die einigermaßen Charme habe, gebe es in der Stadt nicht.

Woher der Erfolg dieser Lesung kommt, konnte auch Marion Gurlit nicht erklären. Vor drei Jahren gab es die Kombination aus Essen und Lesung schon einmal, aber das kann noch keinen "Kult" begründen. Aber offensichtlich gibt es einen Fankreis, denn bei einer spontanen Abstimmung, ob die Veranstaltung kommendes Jahr wiederholt werden soll, blieb kaum eine Hand unten. Das Interesse ist zweifelsfrei da.

Die Gleichstellungsbeauftragte hatte aber auch nicht irgendwelche Autorinnen eingeladen. Mit Eva Almstädt präsentierte sich eine Lokalmatadorin aus Bargteheide. Die von ihr erfundene Kommissarin Pia Korittki ist nun wahrlich keine Unbekannte mehr, hat sie doch schon ein halbes Dutzend Fälle erfolgreich an Schleswig-Holsteins Ostküste gelöst. Und daneben Sandra Lüpkes, die sich als Ex-Juisterin mit "Inselkrimis" einen Namen gemacht hat. Von ihrer Ermittlerin Wencke Tydmers erscheint demnächst ein neuer Fall.

Bereits vor drei Jahren war Sandra Lüpkes im Rahmen der Frauenkulturtage in Bad Oldesloe und wusste pointen- und gestenreich zu überzeugen. Damals hatte sie bereits erzählt, dass sie einen "Auftragsmord" in Bad Oldesloe zu erledigen haben. Für die Anthologie "Mord zwischen den Meeren" sollte sie einen Kurzkrimi schreiben - angesiedelt in Bad Oldesloe. Und den trug sie beim Oldesloer Krimiabend vor.

In ihrer Geschichte "Back to Bad Oldesloe" ging es allerdings gar nicht um einen klassischen Mord. Vielmehr erscheint eine amerikanische Diva im Stadtarchiv und recherchiert. Kurz darauf verklagt sie die Stadt, weil sie sich für die Wiedergeburt von Anna-Heitmann hält - einer angeblichen Hexe, die 1642 in Oldesloe verbrannt worden war. Der Bürgermeister hält das alles für faulen Zauber, aber wie es so ist, vor amerikanischen Gerichten: Er verliert den Prozess und soll zehn Millionen Dollar Schmerzensgeld zahlen. Natürlich wird an einer Berufung gefeilt - brüllend komisch wie Sandra Lüpkes das mit viel Schwung vorträgt. Unser Bürgermeister mit der Kulturdezernentin Frau Dr. Lachs auf dem Weg zu einer alten Kultstätte im Brennermoor ... Den Zuhörern standen vom Lachen die Tränen in den Augen.

Eva Almstädt hatte ihren Kurzkrimi aus der Sammlung in ihrer Heimatstadt Bargteheide angesiedelt. Die Geschichte zieht sich von Eckhorst über die Rathausstraße mit der Coffee-Lounge bis zum "Schabenhaus" im Tremsbütteler Weg. Von wegen "heiterer, ländlich geprägter Ort", wenn Regenwolken aufziehen, ist auch Bargteheide eher finster und da kann ein scheinbar erfolgreicher Geschäftsabschluss für eine Maklerin schon mal böse Folgen haben.

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