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Stormarner Tageblatt

15. Dezember 2017 | 10:07 Uhr

Auftakt zum Bad-Jubiläum

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Oldesloer aufgepasst: Am Wochenende ist ein Besuch des Kurparks für Jung und Alt ein Muss!

shz.de von
erstellt am 24.Aug.2013 | 00:31 Uhr

Das wollten sich viele alteingesessene Oldesloer auf keinen Fall entgehen lassen, denn schließlich feiert Bad Oldesloe nicht alle Tage so ein besonderes Jubiläum. Zur Eröffnungsfeier „200 Jahre Bad“ drängten sich fast 100 Gäste in dem hübsch dekorierten Zelt auf der Terrasse des Alten- und Pflegeheims der Familie Riedel. Dort stellte Stadtarchivarin Dr. Sylvina Zander ihr druckfrisches Buch „Oldesloe und sein Bad“ vor. Mit einem launigen und überaus interessanten Vortrag, der die wechselvolle Geschichte des Badebetriebs über einen Zeitraum von 125 Jahren beleuchtete, setzte Sylvina Zander quasi den Startschuss für ein buntes und abwechslungsreiches Jubiläumsprogramm heute und morgen im Kurpark. Das Wetter soll mitspielen, also dürfte die Oldesloer eigentlich nichts mehr davon abhalten, ihre größte Grünanlage zu stürmen.

„Der Kurpark ist mit der schönste Platz in Bad Oldesloe“, betonte Tassilo von Bary. Als der Kurpark vor rund 200 Jahren angelegt wurde, hieß er zunächst „Badegarten“ und bestand lediglich aus einigen Blumenbeeten und Staudenrabatten. Aber mit dem Besuch wohlhabender Gäste wuchsen auch die Bedürfnisse nach Spazierwegen und Promenaden, die nach und nach angelegt wurden. Zwischen diesen Wegen und Alleen gab es Kompartimente, die mit Laub- und Nadelgehölzen bepflanzt waren. Erst später, als der Kurbetrieb aufgenommen wurde, wurde der Badegarten zum Kurpark ausgebaut. „Allerdings wurde er eingezäunt, damit nicht freche Handwerksburschen und neugierige Zimmermädchen die vornehmen Badegäste belästigten“, erzählte Sylvina Zander. Schließlich waren nicht alle Bevölkerungsgruppen Oldesloes im Badehaus und -garten gern gesehen.

Der charismatische Apotheker und Salinenoberinspektor Friedrich August Lorentzen hob das Bad bereits im Jahr 1811 aus der Taufe, als er bei Bohrversuchen auf eine schwefelhaltige Quelle stieß. Doch erst mit dem Bau eines hölzernen Badepavillons im Jahr 1813 wurde der Badebetrieb in bescheidenem Rahmen offiziell eröffnet. Den Entwurf für den achteckigen und eingeschossigen Bau mit Strohdach und einem umlaufenden Säulengang lieferte der dänische Landbaumeister Christian Frederik Hansen, der auch das Oldesloer Rathaus entwarf. „Die gesamte Zeit, in der das Oldesloer Bad existierte, ist geprägt von einem Wechselspiel von Aufschwung und Niedergang“, erzählte die Leiterin der Kulturabteilung.

Da gab es Pleiten und infolgedessen mehrere Verkäufe des Bades, die Gründung einer Aktiengesellschaft zur Rettung des Badebetriebes, finanzkräftige Aufkäufer und ruinöse Geschäftemacher. Die Geschichte des Bades liest sich teilweise wie ein Krimi und ist ein Stück spannende Zeitgeschichte, die nicht nur das Stadtbild von Bad Oldesloe prägte. Aber nur etwas mehr als ein Jahrzehnt lang nannte sich Oldesloe zurecht „Bad Oldesloe“, bevor der Bade- und Kurbetrieb mit dem Abriss des Kurhauses im Jahr 1938 endgültig und wohl für immer aufgegeben wurde.

Dennoch soll das Jubiläum groß gefeiert werden. Am heutigen Sonnabendnachmittag locken Kinderspiele auf die Kurparkwiese, ab 16 Uhr gibt es Kinderkino. Die Oldesloer Bühne zeigt ab 19 Uhr Ausschnitte aus ihrem Klassiker „Pension Schöller“, bevor Heinz Wittern gegen 21 Uhr zum Open-Air-Kino mit kulinarischen Köstlichkeiten einlädt. Am Sonntag wird dann zwischen 12 und 18 Uhr das schon traditionelle Kurparkfest gefeiert.

Das Buch „Oldesloe und sein Bad“ von Dr. Sylvina Zander ist in der Buchhandlung Willfang erhältlich und kostet 17,90 Euro.


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