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Realist : Aufstieg für Rienhoff (noch) kein Thema

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Sieben Punkte Rückstand zur Spitze sind schwer aufzuholen. Jan-Ole Rienhoff, Kapitän von SH-Ligist SV Eichede, bleibt im Titelkampf daher realistisch und hofft, dass Fehler aus der Vergangenheit sich nicht wiederholen.

Sieben Punkte beträgt der Rückstand des SV Eichede auf Spitzenreiter TSV Schilksee in der Fußball-SH-Liga. Trotzdem trauen viele den Stormarnern noch einiges zu und glauben daran, dass der Regionalliga-Absteiger noch ein gewichtiges Wort beim Kampf um den Titel mitsprechen wird. „Klar haben viele bei uns den Aufstieg im Hinterkopf, träumen ein bisschen von der Regionalliga. Ich hingegen denke eher an die restlichen Partien in der SH-Liga“, bleibt Kapitän Jan-Ole Rienhoff gelassen. Der Kapitän konzentriert sich auf das Wesentliche. „Zunächst einmal müssen wir unsere Hausaufgaben erledigen, Punkte einfahren. Bei dem Rückstand sind wir auch auf Schützenhilfe anderer Vereine angewiesen“, weiß der 28-Jährige und hofft ein bisschen auf frühe Patzer des ärgsten Widersachers. „Zu Saisonbeginn lief bei Schilksee nicht wirklich viel zusammen. Vielleicht wiederholt sich das ja. Was anderes, als darauf zu hoffen, bleibt uns im Moment ja auch nicht übrig.“

Eine schwierige Situation für die Stormarner, bei denen viele Kicker auch beruflich sehr eingespannt sind. Denn auf der einen Seite gilt es, dran zu bleiben und sich nicht abschütteln zu lassen vom Spitzenreiter. Zum anderen muss aber auch der Spagat zwischen dem Fußball und privaten oder auch beruflichen Herausforderungen geschafft werden. Rienhoff selbst gelingt das nach eigenem Bekunden recht ordentlich, das Optimum wie früher sei aber nicht möglich. „Die beste körperliche Verfassung, so wie vor zwei Jahren, habe ich definitiv nicht. Das ist aber auch nicht verwunderlich, da ich damals viel mehr Zeit hatte, mich meinem Hobby zu widmen.“

Inzwischen steht der Beruf an erster Stelle. „Ich versuche zwar, trotz meines Jobs im Vertrieb bei der Firma Bruss, für die ich im süddeutschen Raum, Niedersachsen oder auch mal im asiatischen Raum Außentermine wahrnehmen muss, so viele Trainingseinheiten wie möglich zu absolvieren. Doch oftmals entscheidet sich erst kurzfristig, ob das auch klappt“, so Rienhoff. Für den ehemaligen Jugendspieler von Preußen Reinfeld, VfL Oldesloe und SSC Hagen Ahrensburg, der sich nach seinem Gastspiel bei der U  19 des VfB Lübeck im Jahr 2005 dem SV Eichede anschloss, ist das auch ein Mosaikstückchen dafür, warum es gerade zum Start der Spielzeit 2014/15 so gar nicht klappen wollte beim Defensivallrounder. „Während der Vorbereitung war ich beruflich zehn Tage in China, das war natürlich alles andere als förderlich für die eigene Leistung. Zwar ist die Mannschaft gut gestartet, hat sich hinter Eutin festgesetzt, doch ich persönlich habe nicht so gespielt, wie ich es von mir selbst erwartet hatte“, gibt sich der Defensivallrounder selbstkritisch. Er weiß aber auch, dass er damit umgehen muss. „Mein Job ist das Tagesgeschäft. Darauf liegt der Fokus. Das ist natürlich schade für den Fußball. Aber ich akzeptiere das.“

Bleibt die spannende Frage: Wie würde es bei einem sofortigen Wiederaufstieg der Stormarner für den Kapitän und den Club aussehen? „Das ist ein Thema, mit dem ich mich derzeit nicht befasse, da es für mich zu weit weg ist. Sollte es so weit kommen, werde ich eine Lösung finden“, lässt sich der 28-Jährige nicht auf Spekulationen ein, spricht aber davon, dass der Verein gewappnet sei für jedes erdenkliche Szenario und sich nicht erneut verbiegen würde. „Vor anderthalb Jahren war der Club gezwungen, auch durch den Doppelaufstieg, kurzfristige Entscheidungen zu fällen. So gab es eine große Fluktuation im Kader. Doch ich bin mir sicher, dass alle daraus gelernt haben und es nicht wieder so einen krassen Umbruch geben würde.“

Selbst die von Rienhoff im Aufstiegsfall erwarteten neuen Spieler würden penibel unter die Lupe genommen. „Dieses Mal wird sicherlich genau hingeschaut, ob das auch menschlich richtig passt. Im Nachhinein muss man eingestehen, dass das in der Regionalligaspielzeit nicht immer der Fall war. Damals sind zwar gute Spieler mit Qualität gekommen, die sich aber nicht voll integriert haben.“

Integriert ist indes Eigengewächs Marco Schubring, der als noch A-Jugendlicher gerade seinen Vertrag in Eichede bis 2016 verlängerte. Eine weitere positive Nachricht: Die Suche nach einem weiteren Keeper ist beendet. Am Wochenende verpflichtete der SVE den 20-jährigen Peter Grischke vom SSC Hagen Ahrensburg.

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erstellt am 02.Feb.2015 | 07:10 Uhr

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