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Zwischenbilanz : Aufsteiger Tremsbüttel stellt alle in den Schatten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Hinrundenrückblick: Stormarns Verbandsliga-Fußballer hinken größtenteils den eigenen Ansprüchen hinterher. Lediglich Neuling VfL Tremsbüttel überraschte in der ersten Saisonhälfte

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Die Fußball-Verbandsliga startet am kommenden Wochenende aus Stormarner Sicht mit der Heimpartie des VfL Tremsbüttel gegen RW Moisling (So., 14 Uhr) in die Restrückrunde. Zeit, noch einmal auf die Hinrunde der vier Stormarner Vertreter der Süd-Ost-Klasse zu blicken. Welcher Verein steht wo und warum? Und welches Team hat seine Saisonziele noch nicht aus den Augen verloren?


VfL Tremsbüttel

Mit 29 Siegen aus 30 Spielen war der VfL Tremsbüttel aufgestiegen – und knüpfte zunächst dort an, wo er aufgehört hatte. Drei Siege in drei Spielen brachte das Team von Trainer Marco Schier in die obere Tabellenhälfte. Erst der TSV Pansdorf stoppte beim 1:0 am vierten Spieltag den Lauf des Aufsteigers, der eine Ergebniskrise durchlitt.


Ungewohnte Härte der Gegner


 


Das Hauptproblem für den VfL war die körperbetonte Spielweise der Gegner. „In manchen Partien zu Beginn der Saison sind meine Spieler fast vom Platz getreten worden. Das waren wir nicht gewohnt“, sagt Schier und erklärt: „Spielerisch haben wir zu dieser Zeit auch nicht das abgerufen, was uns stark macht.“ Die zuvor so treffsichere Offensive hatte Ladehemmung. Wenn aber der Knoten platzte, wie gegen den Sereetzer SV (4:2) oder den FC Dornbreite II (5:1), dann schoss die Schier-Elf ihre Gegner ab.


VfL noch zu unkonstant


 


Allerdings war das große Manko die mangelnde Konstanz. Begeisternden Auftritten folgten desolate Leistungen wie das letzte Spiel vor der Winterpause gegen den VfB Lübeck II (3:6), das Schier als „schlechteste Leistung der Saison“ bezeichnete. Glück im Unglück: Die Partie wurde am Grünen Tisch 2:0 für Tremsbüttel gewertet, da Lübeck einen nicht spielberechtigen Akteur eingesetzt hatte. So steht der VfL vor dem Restrundenstart als bestes Stormarner Team in der Tabelle dar. „Unser Ziel ist es, an den Teams auf Rang vier und fünf dranzubleiben“, fordert Schier denn auch.

Tabellenplatz: 6.

Punkte: 31.

Torverhältnis: 38:26.

 

TSV Trittau

Platz vier in der Endabrechnung der Vorsaison stimmte Trittaus Trainer Matthias Räck wenig zufrieden. „Das kann nicht mein Anspruch sein“, sagte er – und musste zu Beginn der aktuellen Spielzeit erkennen, dass es schwer werden würde, erneut dort zu landen. Dass sich die Trittauer aber nach kurzer Zeit im Abstiegskampf befinden würden, damit hatte Räck nicht gerechnet.


Abstiegskampf statt Titelrennen


Seine Elf präsentierte sich enorm launisch. Erschreckend war, wie antriebs- und ideenlos sich das Team nach Rückständen verhielt. Nur langsam kam der TSV in Schwung – der überraschende Zähler beim 3:3 gegen den damaligen Tabellenführer TSV Pansdorf markierte den Wendepunkt. Nur noch einmal verließ die Räck-Elf anschließend den Platz als Verlierer (0:2 gegen Eutin), gewann fünf der sieben Begegnungen und verließ so die Abstiegszone.


Entfernt von eigenen Zielen


Noch spielt die Mannschaft nicht immer den kontrollierten Offensivfußball, den Räck sich vorstellt, und auch die Platzierung ist nicht das, was der Coach im Blick hat. Dennoch ist mit dem TSV in der Rückrunde wieder zu rechnen, auch wenn es für Aufstiegsambitionen nicht mehr reichen wird.

Tabellenplatz: 8.

Punkte: 29.

Torverhältnis: 49:41.


VfL Oldesloe

Der VfL Oldesloe wollte in erster Linie das Image der „Wundertüte“ loswerden. Mit Routiniers wie Jan Nagel und Malte Kuberski (beide SV Eichede II) sowie einer Reihe von Talenten verstärkt, wurde ein Platz im gesicherten Mittelfeld angepeilt. Die gute Vorbereitung mit sehenswertem Offensivfußball setzte das Team von Trainer Sven Buntfuß in den ersten beiden Saisonspielen fort. Zwei Siege ließen auf mehr hoffen, doch mit der Niederlage im Derby gegen den VfL Tremsbüttel am dritten Spieltag kam der Bruch.


Zu unbeständig


Es folgten zwei weitere Partien ohne Punkte, bevor ein 2:0 gegen RW Moisling gelang – ein Strohfeuer. Denn die Buntfuß-Elf holte nur einen Punkt aus den folgenden vier Partien, unterlag dem Tabellenletzten Möllner SV mit 3:5 – nach 3:0-Führung. Auffällig, die Anfälligkeit des VfL bei Kontern. Im Derby gegen TSV Trittau platze schließlich der Knoten. In der Folge gelangen drei Siege in Serie. Der Weg aus dem Tabellenkeller war geebnet, doch immer noch agierte der VfL zu unbeständig. Gegen Breitenfelde gingen die Oldesloer sogar mit 3:8 unter. „Mancher Spieler hat am Anfang wohl die Verbandsliga unterschätzt“, erklärt Buntfuß.


Defensive vor Hurrafußball


Der Coach ging neue Wege, wies seine Spieler an, die Defensivarbeit in den Fokus zu rücken – und sich vom zu Saisonbeginn so ansehnlich praktizierten Offensivfußball zu verabschieden. „Wichtig war mir, dass die Null steht“, erklärt er. Das gelang – die letzten beiden Spiele 2013 gegen Tremsbüttel und den VfB Lübeck II endeten 0:0.

Tabellenplatz: 13.

Punkte: 21.

Torverhältnis: 28:38.

 

WSV Tangstedt

Mit dem ausgegebenen Saisonziel stapelten die Verantwortlichen des WSV Tangstedt keineswegs tief. „Für uns geht es um den Klassenerhalt“, hatte Trainer Bernd Begunk im Vorfeld der Spielzeit betont. Und in der Tat gelang es den Tangstedtern bislang nicht, sich im gesicherten Mittelfeld der Tabelle einzunisten.


Unruhiges Umfeld


Ein Grund dafür: Die Hinrunde war vor allem von Kampf geprägt – dieser wurde allerdings weniger auf dem Rasen ausgetragen, sondern viel mehr zwischen Trainer und Spielern. Einen Großteil der ersten Saisonhälfte haderte Begunk mit der Einstellung seiner Kicker. Gebetsmühlenartig predigte er, sie mögen doch den Fußball in den Vordergrund stellen. Ergebnis des aufreibenden Kampfes: Begunk fühlte sich im Stich gelassen und warf Ende November das Handtuch. „Wenn man ständig mit dem letzten Aufgebot antreten muss, weil bei einigen andere Dinge mal wieder wichtiger sind, dann passt das nicht zu meiner Philosophie“, begründete Begunk seinen Entschluss.


Umstellung auf neuen Coach


Gewonnen hat dadurch weder der genervte Übungsleiter noch das Team, das sich auf einen neuen Coach einstellen muss. Anfang des Jahres übernahm Frank Spitzer. Der Polizeibeamte war zuvor Assistenztrainer der Bundesliga-B-Junioren des Hamburger SV und soll das sinkende WSV-Schiff wieder auf Kurs bringen – der neue Chef an der Seitenlinie dürfte allerdings ebenfalls fordern, dass die WSV-Kicker regelmäßig trainieren und sich für den Klassenerhalt zerreißen.

Tabellenplatz: 15.

Punkte: 17.

Torverhältnis: 24:48.


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