zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

15. Dezember 2017 | 11:26 Uhr

Reinfeld : Aufstand der Anwohner

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ärgernis für viele Anlieger: Die neue Baustelle hinter dem Rathaus.

shz.de von
erstellt am 10.Jun.2017 | 08:00 Uhr

Die Baustelle eines privaten Investors hinter dem Rathaus wird zum Zankapfel zwischen Verwaltung und einer Gruppe von rund 30 Anliegern. Während der Baumaßnahme, die voraussichtlich bis Februar 2018 andauern wird, befahren je nach Bedarf schwere Baufahrzeuge die schmale Bergstraße und nutzen den extra dafür freigegebenen Wanderweg „Jungfernstieg“ direkt am Neuhöfer Teich. Eine Gefahr für die Sicherheit der Anwohner, findet Jens Löper, Mitglied der WIR und selbst betroffen von der Verkehrsregelung. Besser wäre es gewesen, die Baufahrzeuge nicht über die Bergstraße, sondern über den Rathaus-Parkplatz auf das Baugrundstück zu lassen.

Er organisierte einen Lastwagen, der demonstrieren sollte, wie eng es für Fußgänger am Neuhöfer Teich werden kann, und dass es für Lkw durchaus möglich sei, die Kurve des Parkplatzes zu passieren. Bei diesem Manöver kollidierte der Fahrer allerdings mit dem linken Kantstein. Die Gruppe von Anwohnern wies bei der Ortsbesichtigung darauf hin, dass Rettungsfahrzeuge im Ernstfall nicht schnell genug passieren könnten, der Schulweg für die Kinder zu gefährlich sei und man durchaus eine Wartezeit bis zu 15 Minuten einplanen müsse, falls gerade ein Baufahrzeug oder ein schwerer Kran die Bergstraße blockiere. „Die Sicherheit vor allem für ältere Menschen mit Rollator ist so nicht ausreichend gewährleistet“, moniert Löper. Er ging sogar soweit, den Rücktritt von Bürgermeister Heiko Gerstmann zu fordern.

Bei der Begehung machten sich auch SPD-Kommunalpolitiker Lasse Karnatz und Bauausschussvorsitzender Lorenz Hartwig (CDU) ein Bild von der Situation. Letzterer monierte, dass die Verwaltung nicht im Vorwege mit den Anwohnern geredet habe, um den Konflikt nicht so eskalieren zu lassen. Er sieht weniger Gefahr bei einer Regelung des Bauverkehrs über den Rathaus-Parkplatz. Rein aus Interesse nehme er an der Ortsbegehung teil, betonte Karnatz. Er habe sich ein Bild machen wollen und sei zu dem Schluss gekommen, dass er in diesem speziellen Fall die Meinung der Anwohner unterstütze. Die Durchsetzung sei allerdings nicht immer möglich, da das Gemeinwohl vor dem des Einzelnen stehe. Im Bauausschuss sei bereits eine Überprüfung seitens der Verwaltung beschlossen worden. Er forderte die Verwaltung auf, die Gefahrensituation anzuerkennen. Schade sei es, dass kein Vertreter der Verwaltung anwesend sei, so Karnatz, der Bürgermeister habe sich krank gemeldet.

Doch Bauamtsleiter Stephan Kruse verteidigt in seinem Namen die Maßnahmen der Stadt. Er sieht eine größere Gefährdung bei einer Verkehrsführung über den Parklatz, da dort vor allem am Freitag ständig Publikumsverkehr sei, es zu Gefahrensituationen beim ständigen Rückwärts-Ausparken auf engstem Raum mit den Baufahrzeugen kommen könne. Außerdem würden durch die geforderte Maßnahme wichtige Stellplätze für die Innenstadt wegfallen. Die 90-Grad-Kurve am Ende des Parkplatzes sei zu eng. Lastwagen würden hier die erst kürzlich fertiggestellte Anlage zerstören. Die Bergstraße würde zudem von nur wenigen Passanten genutzt.

„Das Ordnungsamt hat mehrmals täglich die Baustelle und deren Umfeld kontrolliert und hat keine nennenswerten Behinderungen erkennen können“, so Kruse. Im Falle der geforderten Parkplatzregelung sehe er größeren Schaden für die Allgemeinheit als für den einzelnen Anwohner. Und Rettungswagen könnten jederzeit auch entgegen der Einbahnstraße zu einem Notfall kommen. „Wir denken schon nach, bevor wir eine Maßnahme genehmigen, auch wenn der eine oder andere das nicht immer glaubt“, so Kruse. Eine Erleichterung gebe es bereits im Herbst: Dann werde der Kran nicht mehr auf der Baustelle gebraucht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen