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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 06:44 Uhr

Aufrecht aus dem Rathaus

vom

Hans-Peter Lippardt (77) zieht sich nach zehn Jahren als Bürgervorsteher der Karpfenstadt zurück

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Reinfeld | "Ich war immer bemüht, den Bürgern zu helfen", zieht Hans-Peter Lippardt ein Fazit seiner zehnjährigen ehrenamtlichem Amtszeit als Bürgervorsteher der Karpfenstadt. Die Schicksale der Menschen haben ihn interessiert, sind ihm nahe gegangen. Die Bürgerrechte in der Stadtverwaltung durchzusetzen und auch mal ungewöhnliche Wege dabei zu gehen - für den 77-Jährigen eine Herzensangelegenheit. Schließlich seien Verwaltung und Stadtverordnete für die Bürger da und nicht umgekehrt. Für die neue Amtsperiode steht er nicht mehr zur Verfügung. "Ich möchte aufrecht aus dem Rathaus gehen und nicht getragen werden", meint er mit einem Augenzwinkern.

Hans-Peter Lippardt wurde 1936 in Recknitz in Mecklenburg-Vorpommern geboren Im Mai 1945 flüchtete mit seiner Familie nach Reinfeld, wo seine Großeltern lebten. Er gehörte zur ersten Klasse, die 1954 den Realschulabschluss in Reinfeld an der Alten Schule machte und hielt damals als Klassensprecher seine erste öffentliche Rede. Klassenlehrer und späterer Bürgervorsteher Klaus Slama sei ein Vorbild gewesen. Gemeinsam mit Detlev Andresen, der später ebenfalls Bürgervorsteher hier wurde, gründete er eine Pfadfindergruppe. Nach der Schule lernte Lippardt Landwirt, um den Familienhof in Mecklenburg zu übernehmen: "Ich hatte die Hoffnung, dass wir ihn doch noch zurückbekommen." Doch dieser Traum erfüllte sich nicht, und der junge Lippardt ging zur Bundeswehr, wo er zum Fahrlehrer ausgebildet wurde. Zurück in Reinfeld eröffnete er 1964 eine Fahrschule, die er im Jahr 2000 verkaufte.

Ende der 60er Jahre trat er der CDU Reinfeld bei. 1970 saß er als bürgerliches Mitglied im Jugendausschuss. "Mein Hauptarbeitsfeld war Verkehrs- und Städteplanung, aber ich bin im Laufe der Jahre in allen Ausschüssen gewesen", erinnert er sich. 1974 trat er erstmals als Kandidat der CDU an und wurde Stadtverordneter. Er sei es geworden, weil er sich beim Bau seines Hauses mit so vielen Bestimmungen herumschlagen musste: "Das wollte ich ändern."

43 Jahre ehrenamtliches politisches Engagement in der Kommunalpolitik - und er hat es nicht bereut. Im Gegenteil: Besonders die letzten Jahre hätten ihm viel gegeben, denn es habe sich in Reinfeld eine Menge bewegt.

Seine letzte Amtshandlung wird die Eröffnung der konstituierenden Sitzung am 19. Juni sein. Dann kann er sich wieder mehr seinem Hobby, der Fotografie und dem Reisen, widmen und vielleicht nach seinem Märchen über den Dammbruch am Herrenteich noch weiteres Heiter-Besinnliches zu Papier bringen. Der 77-Jährige schmunzelt: "Ich werde das Denken sicherlich nicht einstellen."

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