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Bad Oldesloe : Auflagen statt Hilfe – Mittelalterfest abgesagt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die ehrenamtliche Organisatoren werfen nach Dauerstress mit dem Ordnungsamt das Handtuch.

„Oldesloe ist ja schon so gut wie tot. Aber das Amt wird es noch ganz unter die Erde bringen!“ Gerrit Jansen ist hörbar sauer auf das Oldesloer Ordnungsamt. Seit über einem Jahr organisiert er ehrenamtlich ein Mittelalterfest auf der großen Kurparkwiese. „Die Mittelalterszene hat voll Bock da drauf. Sechs Heerlager und 18 Stände hätte ich gehabt, der Platz wäre komplett voll gewesen“, erzählt der Oldesloer. Aber wegen immer neuer Auflagen aus dem Ordnungsamt habe er das Fest jetzt abgesagt. Jansen: „Wenn ich erst zwei oder drei Tage vorher absage, stehe ich doch als der Depp in der Szene da.“ Er habe nicht das Gefühl, dass die Veranstaltung seitens der Stadt noch gewollt sei. Obwohl aus dem städtischen Veranstaltungstopf 3200 Euro Zuschuss zugesagt sind.

Der Niederländer vom Poggensee ist Cheforganisator des Festes. Aus formalen Gründen hat er sich vertraglich an Klangstadt gebunden. Der Verein übernimmt die Veranstalterrolle. Vorsitzender Patrick Niemeier: „Im Januar erzählt man uns noch: Alles wunderbar, alles okay. Jetzt kommen Auflagen mit dem Hinweis, das müsse bis Mittwoch 12 Uhr erledigt sein, andernfalls werde das Fest sofort abgesagt. Das ist der Ton, in dem das hier läuft.“ Seit vielen Jahren organisiere Klangstadt Veranstaltungen in Oldesloe. Niemeier: „Es ist nie irgendwas gewesen und trotzdem schlägt uns allergrößtes Misstrauen entgegen. Sowas habe ich noch nicht erlebt. Stattdessen hätten wir uns Unterstützung gewünscht.“

Ein neuerlicher Katalog mit mehr als 20 Fragen beziehungsweise Auflagen habe jetzt das Fass zum Überlaufen gebracht. „Ich habe nebenbei auch noch eine Firma zu führen“, beschwert sich Gerrit Jansen: „Ich kann mir doch nicht sicher sein, dass das Amt nicht kurz vor der Eröffnung weitere Auflagen aus der Tasche zieht.“

Einerseits wird gefordert, das Veranstaltungsgelände mit Fahrzeugen oder Containern so abzusperren, dass ein unerlaubtes Befahren nicht mehr möglich ist. An anderer Stelle wird aber hinterfragt, wie die Zufahrten für Rettungsdienste, Feuerwehr und Polizei sichergestellt werden. Für eine am Sonnabend eigentlich geplante Feuer-Show werden Angaben, welche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, gefordert. Weiter hinten im Fragenkatalog steht: „Gibt es offenes Feuer/Fackeln/Kerzen auf der Veranstaltung?“ Sicherheitshalber will das Ordnungsamt auch wissen, ob „während der Durchführung der Veranstaltung geraucht werden“ darf.

Die Zahl der Dixi-Klos wird hinterfragt und auch die für Behindertentoiletten. „Ich möchte Sie bitten, die notwendigen Unterlagen schnellstmöglich einzureichen bzw. Fragen schnellstmöglich zu beantworten. Die Veranstaltung wird sonst nicht durchgeführt“, lässt der Sachbereichsleiter Ordnungsamt in einer Mail an Klangstadt wissen.

Bürgermeister Jörg Lembke war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 31.Mai.2017 | 06:00 Uhr

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