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Reinfeld bittet zu Fisch : Aufbruch in neues Karpfen-Zeitalter

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Gelungene Premiere an der Seepromenade: Statt Karpfenprobe lautet das Motto „Reinfeld bittet zu Fisch“ und alle finden Gefallen daran. Karpfenchips sind der Renner.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 06:00 Uhr

„Neue Karpfen-Zeiten sind angebrochen und machen nicht Halt vor Traditionen und Erbgewohnheiten“, sagt Corinna Klaus-Tamke vom Gasthof Kalkgraben. Der mit dem Güte-Siegel prämierte Reinfelder Spiegelkarpfen erlebe in ihrem Restaurant Rundumerneuerung. „Durch kreative Köche und mutige Genießer, mittels grätenfreien Cross-Over und To-Go-Gerichten steigt der Karpfen wie Phönix aus der Asche“, freut sich die leidenschaftliche Köchin und Restaurantleiterin. Sie bringt damit das Motto des Gourmet-Festivals „Reinfeld bittet zu Fisch“ genau auf dem Punkt: Keine Karpfenprobe mehr hinter verschlossenen Türen und nur für geladene Gäste, sondern ein Gaumenschmaus an der Seepromenade für alle Karpfenstädter.

Corinna Klaus-Tamke servierte ihren Gästen mediterranen Räucherkarpfen zum Probieren, außerdem den „Grünen Heini“ (Birnen und Bohnen mit Räucherkarpfen) und die „Herbst-Ernte“ (Karpfenfilet mit Kürbiskartoffeln in Curry). Auch die anderen Gastronomen schlugen einen modernen Weg ein. Hauk vom Landhaus Hamberge verzichtete zwar auf die Karpfen-Sushi, denn die schmeckten nun wirklich nicht jedem, bot statt dessen aber Karpfen Schaumklößchen in Dillsauce mit Kartoffelschnee sowie Kürbiscremesuppe mit geräuchertem Karpfenstücken an.

Großer Andrang herrschte bei Teichwirt Alfred Wenskus und seinem pfiffigen Team. Hier waren die Karpfenchips (statt Pommes) der absolute Gourmet-Renner. Die guten Karpfenfilets im Teig mit Sour-Creme und Ofenkartoffel gerieten dabei fast ins Hintertreffen. „Ali“ Wenskus kam mit dem Schneiden der frischen Karpfenfilets im Fischhaus kaum hinterher. Silke Dölger vom Binnenkamper Bauernladen hatte ihre Torten mit Marzipankarpfen dekoriert – wenn schon, denn schon. Nicht lumpen ließ sich auch das Casalinga mit hauchzarten Karpfenfilets in Meerrettichsauce.

Die veterinärmedizinische Bewertung des Spiegelkarpfens aus dem Herrenteich werde erst in den nächsten Tagen erwartet, so Reinfelds Kulturpflegerin Britta Lammert, die wegen des großen Andrangs im Gourmet-Zelt bis über beide Ohren strahlte. Das fehlende Zertifikat tat der Gaumenfreude jedoch keinerlei Abbruch. „In der Regel hat der Reinfelder Karpfen einen Fettgehalt von vier bis sechs Prozent“, weiß Noch-Bürgermeister Gerhard Horn aus Erfahrung –
also äußerst wenig. Er lobte vor allem die Karpfenchips, die man sicher noch besser vermarkten könnte. Mut zum Probieren ganz neuer Variationen des Traditionsfisches müsse man haben, und die Gelegenheit sei hier nur allzu günstig: „Wenn das hier nicht der Aufbruch in ein neues Zeitalter des Karpfens ist. Hier sieht man, dass Karpfen keine Langeweile erzeigen muss.“ Man habe schon vor mehreren Jahren die Idee zu einer neuartigen, für alle offenen Karpfenprobe gehabt, die Zeit sei damals noch nicht reif gewesen. Aber jetzt! Bürgervorsteher Gerd Herrmann hofft, dass das Gourmet-Festival auch zukünftig die Karpfenprobe ersetzt. Und Heiko Gerstmann, der am Mittwoch als neuer Bürgermeister vereidigt wird, findet das Event ohne den elitären Genießer-Kreis sehr „bürgernah“.

Wer seinen geliebten „Karpfen blau“ beim Gourmet-Festival vermisst hat, kann das bei den Reinfelder Genusstagen am Sonnabend und Sonntag, 13./14. September, bei den Reinfelder Genusstagen nachholen. Dann servieren die Gastwirte aus Reinfeld und Umgebung ein Karpfen-Menu. Anmeldung sichert die besten Plätze.


>Informationen über die teilnehmenden Restaurants gibt es unter www.reinfeldkultur.de

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