Abstiegskampf in der 3. Liga : Aufatmen nach wichtigem Sieg des VfB Lübeck

Am Montag ausgeliehen, zwei Tage später bereits in der Startelf: Mittelstürmer Cyrill Akono (li.) fügte sich beim VfB Lübeck gut ein. In dieser Szene holt der 20-Jährige gegen Markus Schwabl den Strafstoß raus, den Yannick Deichmann zum 1:0-Sieg verwandelte.
Am Montag ausgeliehen, zwei Tage später bereits in der Startelf: Mittelstürmer Cyrill Akono (li.) fügte sich beim VfB Lübeck gut ein. In dieser Szene holt der 20-Jährige gegen Markus Schwabl den Strafstoß raus, den Yannick Deichmann zum 1:0-Sieg verwandelte.

Der VfB Lübeck hat seinen Negativlauf gegen Unterhaching gestoppt und das Tabellenende in der 3. Liga verlassen.

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27. Januar 2021, 21:02 Uhr

Lübeck | Die Erleichterung war groß beim VfB Lübeck am Mittwochabend. Mit 1:0 (1:0) setzte sich der abstiegsbedrohte Fußball-Drittligist gegen die SpVgg Unterhaching durch, beendete damit eine acht Spiele dauernde Sieglosserie und gab die Rote Laterne des Tabellenschlusslichts an den MSV Duisburg weiter, bei dem der Aufsteiger am Sonntag zu Gast ist.

„Wir haben verdient gewonnen, alles reingehauen. Wir haben leidenschaftlich verteidigt und mutig nach vorne gespielt“, sagte Yannick Deichmann, der mit seinem fünften Saisontreffer zum Matchwinner avancierte.

Neuzugang gleich in der Startelf

Wie zuletzt beim 0:0 gegen Saarbrücken schickte Rolf Landerl seine Elf zum zweiten Mal in einer 4-2-3-1-Grundordnung ins Rennen. Personell nahm der VfB-Coach zwei Wechsel vor: Auf der Spielmacherposition durfte Thorben Deters für Martin Röser von Beginn an ran. Und ganz vorne gab Cyrill Akono sein Debüt im Dress der Grün-Weißen, die erst am Montag den 20-Jährigen von Bundesligist Mainz 05 ausgeliehen haben. „Er wird uns sofort helfen, macht mit dem Rücken zum Tor die Bälle gut fest, leitet sie gut weiter, bringt aber auch Schnelligkeit für Läufe in die Tiefe mit“, begründete Landerl, warum er seinen Last-Minute-Neuzugang für Pascal Steinwender in die Startelf beorderte.

VfB startet entschlossen

Der VfB wirkte von Beginn an entschlossen, die Negativserie zu beenden, übernahm sofort die Spielkontrolle. Die erste Chance aber verbuchten die Gäste: Paul Grauschopf wurde bei seinem Sololauf aus der eigenen Hälfte nicht gestoppt, kam im Strafraum zum Abschluss – setzte den Ball aber über den Lübecker Kasten (6.). Die Landerl-Elf zeigte sich unbeeindruckt, suchte weiter den Vorwärtsgang und machte vor allem über die rechte Seite Dampf.

Nach 18 Minuten leitete allerdings Nico Rieble mit einem Diagonalball von der linken Seite die erste VfB-Chance ein. Deters legte im Sechzehner ab, Deichmann verfehlte knapp das Ziel. Zehn Minuten später bediente Deichmann Deters, der Robert Müller vernaschte, jedoch an Keeper Jo Coppens scheiterte. Kurz darauf holte Markus Schwabl im Strafraum Akono von den Beinen. Schiedsrichter Eric Müller zögerte mit dem Elfmeterpfiff ebenso wenig, wie Deichmann, der sich den Ball schnappte und den VfB verdient in Front brachte (32.). In der Folge blieben die Gastgeber Herr der Lage, ohne sich jedoch weitere Chancen zu erarbeiten.

Unterhaching müht sich vergeblich

Nach dem Seitenwechsel und mit drei frischen Kräften intensivierten die Gäste ihre Offensivbemühungen. Der VfB aber agierte aufmerksam in der Defensive und gewährte der Spielvereinigung zunächst keine Chancen. Erst nach einer Stunde wurde es im Ansatz gefährlich, als Grauschopf einen Kopfball vorbeisetzte.

Die Lübecker brachten ihrerseits nach vorne allerdings auch kaum noch etwas zustande. So lag die latente Gefahr in der Luft, dass die Gastgeber zum achten Mal in dieser Saison einen Vorsprung verspielen könnten. Und so dürften alle VfB-Fans vor dem Fernseher aufgeatmet haben, als Lukas Raeder einen Schuss von Moritz Heinrich aus spitzem Winkel parierte (72.) und auch bei einem Versuch von Dominik Stroh-Engel auf dem Posten war (72.).

Vorzeitige Entscheidung verpasst

Erst als sich Greger kurz darauf die Gelb-Rote Karte einhandelte, wurde der VfB nach vorne wieder aktiver und kam zur Chancen, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Zunächst parierte Coppens einen Flugkopfball von Tommy Grupe nach einem Thiel-Freistoß (81.). Zwei Minuten später tauchte Deters frei vor dem Hachinger-Schlussmann auf, schaufelte den Ball aus zehn Metern aber über den Querbalken.

Die Nachlässigkeit hätte sich fast gerächt, als Moritz Heinrich in der Nachspielzeit im Sechzehner noch einmal zum Abschluss kam. Doch Raeder streckte sich, lenkte den Lupfer an die Latte und sicherte seiner Elf so den knappen Sieg.

Trainer Landerl überglücklich

„Das ist vielleicht der einzige Vorwurf, den ich der Mannschaft machen kann, dass wir den Sack nicht frühzeitig zugemacht haben. Wir sind glücklich davon gekommen und überglücklich über die drei Punkte", bilanzierte VfB-Coach Landerl und lobte seine Schützlinge: „Es war wichtig, den Anschluss zu wahren und mit diesem Sieg nach langer Durststrecke ein Zeichen zu setzen."

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