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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 07:45 Uhr

Auf Trolljagd im schönen Travetal

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Barnitzer Udo-Reichle-Röber hält die versteckten, kuriosen Schönheiten der Natur in Nordstormarn mit der Kamera fest

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Udo Reichle-Röber, ehemaliger Leiter des Therapietheaters Holstenhof, Regisseur diverser Handicap-Filme und Initiator des Projektes Kinder-Kurzfilmtage, ist für sein ehrenamtiches Engagement und seine originellen Ideen bekannt. Dass er sich auch für Trolle interessiert, blieb bisher im Verborgenen.

Mit einem Augenzwinkern und einer gehörigen Prise Humor ist er jetzt auf Trolljagd im Travetal gegangen. Sich selbst bezeichnet er als „Troll-Hüter Trave Troll“ und stellt seine Trophänensammlung auf der Internetseite roeberator.de/travetroll aus. Seine Begeisterung für die kleinen, als bösartig verschrieenen Kobolde entwickelte sich durch einen Besuch auf der schwedischen Insel Gotland. Dort entdeckte er bei Spaziergängen diverse seltsam und teilweise wie ein Gesicht geformte Steine und Baumstämme, zückte seine Kamera und hielt die „Trolle des Waldes“ für die Ewigkeit fest.

Dass es sich natürlich um keine echten Trolle handelt sondern vielmehr um außergewöhnliche Fotografien kurioser, faszinierender aber doch schöner Formen der Natur, merkt der Besucher der Internetseite sofort. „Es gibt Menschen, die behaupten, es gäbe keine Trolle. Das ist Unsinn“, schreibt Reichle-Röber humorig auf der Webseite, „Wir reden hier von den vermeintlichen Fabelwesen, wie sie in der Regel nur aus Büchern und Filmen bekannt sind.“ Im Zuge des Klimawandels seien Trolle seit wenigen Jahren nicht nur in Skandinavien, sondern in ganz Europa anzutreffen. Dabei sei die Artenvielfalt dieser Spezies auffällig. Es kämen „humanoide“ genauso wie „tierähnliche“ Trolle vor. Gemein sei ihnen die Unverträglichkeit von Tageslicht. Die größeren Exemplare versteckten sich tagsüber in Höhlen und Kellern, die kleineren in Steinen und Baumstümpfen. In der Dämmerung könne man Felsen, Steine und Baumstümpfe gelegentlich summen oder gar singen hören. Reichle-Röber: „Das ist ein untrügliches Zeichen für ein Trollversteck.“ Gefährlich werde diese nachtaktive Spezies nur dem unbedarften Wanderer an Küsten, Ufern oder in tiefen Wäldern. Die Gräuelgeschichten von menschenfressenden Trollen seien jedoch stark übertrieben, meint der Hobby-Fotograf mit einem Augenzwinkern. Die tatsächliche Gefahr liege in einer bakteriellen Infektion, die durch Bisse oder Kratzer eines Trolls hervorgerufen werde, der „Trolliose.“ Der Verlauf der bisher noch unbekannten Krankheit beginne harmlos mit Verspannungen. Im fortgeschrittenen Stadium sei jedoch eine zunehmend sichtbare Verholzung oder Versteinerung des Betroffenen bis hin zur vollständigen „Transtrollation“ festzustellen.

Ähnlichkeiten mit bestimmten Berufsgruppen seien empirisch jedoch nicht belegt. „Um der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung entgegenzuwirken, versuchen Troll-Hirten die weniger aggressiven Exemplare dieser Spezies zu bannen“, schmunzelt Reichle-Röber. Dies geschehe durch Lichtbildnerei, die für diese Wesen eine Art höherer Magie darstelle, da ihre Abbilder auf Zelluloid oder digitale Speichermedien gebannt würden. Troll-Hunter indes würden Trolle während der Dämmerung und bei Nacht mit UV-Stroboskoplampen jagen. Die von den Blitzen getroffenen Trolle versteinerten augenblicklich. Die europäischen Forstbehörden hätten die entsprechenden Jagdlizenzen jedoch streng reglementiert.

Die liebevoll gestaltete Internetseite ist ein Aufruf, neugierig und mit offenen Augen die Schönheiten der Natur zu entdecken - und dazu gehören natürlich auch die Trave-Trolle.


> Weitere Informationen finden Troll-Interessierte auf der Internetseite roeberator.de/travetroll

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