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Stormarner Wochenschau : Auf Sonder- und anderen Irrwegen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Alle Wege führen nach Rom, sagt man so. Aber nicht alle Wege führen zum Ziel. Wann es sich um einen Irrweg handelt, mag im Auge des Betrachters liegen.

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erstellt am 06.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Sonderweg

Von wegen „Vereinigte Oldesloer Linke“, wie vor allem aus Unionskreisen immer wieder gewettert wird. Das werden sich beim Neujahrsempfang der Grünen einige verwundert die Augen gerieben haben: Kein Kandidat, keine Wahlempfehlung nix von den Grünen zur Bürgermeisterwahl.

Dass die Grünen keinen eigenen Kandidaten aufstellen … naja, im Alleingang wären dessen Chancen ziemlich überschaubar. Da die Grünen aber angeblich einen ziemlich überzeugenden Bewerber an der Hand hatten, wurde der Kontakt zur SPD gesucht. Das muss dann allerdings eher suboptimal abgelaufen sein, hört man so aus der Gerüchteküche. Die SPD soll sich zwar zu gemeinsamen Gesprächen bereit erklärt haben, hatte sich aber intern längst auf Maria Herrmann verständigt. Dumm gelaufen. In der Folge waren die Grünen natürlich beleidigt. Kann man verstehen. Offenbar so beleidigt, dass sie der Bewerberin der SPD sogar die Unterstützung verweigerten und lieber ohne alles in den Wahlkampf ziehen. Was die Grüne Basis von derlei Spielchen hält, machte sie bei der folgenden Abstimmung klar: Maria Herrmann setzte sich gegen alle anderen Bewerber, auch den unbekannten Grünen Superkandidaten, durch. Schaumer mal, wie das noch weiter geht.

Filmriss

Schöner Mist: Nun ist das Oldesloer Kino zu. Insolvenz. Da jetzt wieder raus zu kommen, wird ein schweres Stück Arbeit. Dabei wäre die Lösung eigentlich so einfach gewesen: Die Stadt mietet das angrenzende Hotel, löst damit ihre Probleme bei der Unterbringung von Flüchtlingen und verschafft Betreiber Heinz Wittern damit den persönlichen und finanziellen Spielraum, um sich wieder ganz auf das Kino zu konzentrieren. Seit August wurde verhandelt. Eine Unterschrift unter den Vertrag kam nicht zustande, das Ergebnis sehen wir jetzt.

Es gehört nicht zur Aufgabe der Stadt, einem privaten Unternehmer unter die Arme zu greifen. Warum eigentlich nicht? Ein Kino gehört zur Lebensqualität in einer Stadt wie Sportanlagen und Kitas, wie befahrbare Straßen und gepflegte Grünanlagen. Aber so ist nun mal Oldesloe. Die Stadt braucht keine Flüchtlingsunterkunft mehr. Thema durch. Sich kümmern, nach Alternativen suchen, Perspektiven eröffnen ... leider Fehlanzeige.

Gelernt

Drei Nein-Stimmen, fünf Enthaltungen 42 mal Ja. Das Ergebnis für den nächsten Stormarner Landrat Henning Görtz hätte kaum klarer sein können. Stand ja auch vorher schon fast fest, wenn man von viereinhalb Fraktionen unterstützt wird. Das könnte also eine gähnend langweilige Veranstaltung werden, dachten sich die Grünen. Dass ihnen ein gewisses Unterhaltungstalent in der Politik nicht abzusprechen ist, stellten sie erneut unter Beweis. Erstmal beantragten sie geheime Wahl, damit auch jene gegen Görtz stimmen können, die später noch etwas von ihm wollen. Und wieso sollte man nur einen Wahlgang machen, wenn zwei möglich sind? Schließlich war die Verwaltung sparsam und hatte den Ankreuz-Kreis für Enthaltung en weggelassen. Nur Ja oder Nein, wo doch Politik die Kunst des Kompromisses ist? Man will ja nicht nur dokumentieren, wenn man sich nicht entscheiden mag, es gibt ja auch noch die Rechtssicherheit. Wie soll der einfache Kreistagsabgeordnete wissen, dass nichts ankreuzen Enthaltung ist? Damit alles seine Richtigkeit hat, lässt man es sich vom Kreispräsidenten erklären, schreibt das ins Protokoll und darf vor dem Büfett noch mal an die Urne, sozusagen Cirsenes et Panem. Doch was gelernt seit den Römern.

Ideen

Der SV Preußen Reinfeld hat ein Problem – aber nicht als einziger Verein im Lande. Der Sportplatz in der Innenstadt muss saniert werden, aber abgesehen davon, dass das Geld kostet, weiß niemand, ob das zukunftsträchtig ist, weil Nachbarn auf Lärmschutz klagen könnten. Sanieren mit Lärmschutz oder außerhalb neu bauen. Unser Karikaturist hat da mal einen ganz anderen Vorschlag.
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