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Stormarner Tageblatt

22. August 2017 | 17:15 Uhr

Auf Moral kommts doch nicht an

vom

Oasen Da bemüht sich der Kreis seit Jahren, mehr Touristen nach Stormarn zu bekommen, holt Aktiv-Regionen und Gemeinden mit ins Boot und nimmt jetzt selbst Geld und Heft in die Hand. Geht doch viel einfacher! Reinfeld muss nur den Edel-Puff - Entschuldigung: Wellness-Oase - genehmigen, dann gibt es einen Grund, den Transit durch Stormarn zu unterbrechen und von der A1 abzufahren. Das Naturerlebnis Grabau oder das Kloster Nütschau haben das bislang nicht geschafft. Und Betreiber von Vergnügungstätten zahlen auch noch Steuern. Das merken die Kämmerer schon bei den Spielhöllen. Apropos Höllen: Wenn es schon welche gibt, kommts doch auf eine mehr nicht an, oder? Bleibt noch die Moral: Reinfeld wird schon dafür sorgen, dass das Tariftreuegesetz Anwendung findet. Irgendwo muss Treue ja noch was zählen.

Gralshüter Verständlich, dass die Bauern sauer auf Kiel sind. Was ihnen die Behörden bei der Knickbehandlung vorschreiben, ist ein massiver Eingriff und macht eine Knickpflege, wie sie seit Jahrhunderten betrieben wird, unmöglich. Grüne Verbände und Umweltministerien, die sich zum Gralshüter des Naturschutzes aufschwingen, sind allerdings nicht diejenigen, die die Knicks geschaffen und gepflegt haben. Laut der Verordnung wären sie es aber gern: "Erhalt und Pflege der Knicks kann optimal gewährleistet werden, wenn diese im öffentlichen Eigentum stehen", heißt es dort. Das glaubt man gern. Schließlich klappt das bei Straßen und Brücken ja auch ganz hervorragend.

Und nebenbei: Der zitierte Satz bezieht sich auf Knicks im Innenbereich, also in Wohngebieten. Wer dort schön naturnah am Knick sein Haus gebaut hat, sollte beim Rasenmähen ebenfalls einen Schutzstreifen von einem halben Meter lassen. Und seinen Gartenschnitt darf man dort auf keinen Fall abladen. Ob sich jene, die sich über bösen Bauern beschweren, wohl daran halten werden?

Prioritäten Na gut, Andreas Breitner ist Innenminister und für Denkmalschutz nicht zuständig. Aber als Innen- ist er auch Kommunalminister, und da befremdet es schon etwas, dass er zwar den Dialog predigt, mit Ahrensburgs Kommunalpolitikern aber auf keinen Fall über Denkmalschutz für das Rathaus reden will. Dass CDU und FDP so ein Thema gerne für sich ausschlachten möchten, ist klar. Aber nicht verboten, denn es bewegt die Menschen in der Schlossstadt. Die übrigens so heißt, weil es das Schloss gibt, und ganz bestimmt nie Rathaus-Stadt heißen wird. Dass die Rathaussanierung inklusive Denkmalschutz teurer wird, bezweifelt niemand. Die Frage ist nur wie viel. Ziemlich klar ist aber schon heute, dass die Politik dafür die Hand heben wird (weil man ja nichts machen kann), während man versprochene Gelder für die Schlossstiftung angeblich nicht hat. Die prekäre Lage des Schlosses geht übrigens auch auf das Land zurück, weil sich der Denkmalschutz vor vielen Jahren aus der Finanzierung zurückgezogen hatte. Man hat eben jetzt andere Prioritäten.

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von
erstellt am 03.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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