Ortsumgehung Hammoor : Auf fünf Jahre kommt es nicht mehr an

Hammoor soll nördlich umfahren werden. Im Rahmen der Planfeststellung wird es aber Klagen gegen die Variante 2.2 geben.
1 von 3
Hammoor soll nördlich umfahren werden. Im Rahmen der Planfeststellung wird es aber Klagen gegen die Variante 2.2 geben.

Der LBV präsentiert die Nordtrasse 2.2 als Vorzugsvariante einer Ortsumgehung. Die Gegner wollen „alle Rechtsmittel ausschöpfen“.

shz.de von
01. Juni 2018, 06:00 Uhr

Die Gemeinde Hammoor bleibt gespalten in der Frage einer Umgehungsstraße. Das wurde einmal mehr deutlich in der Veranstaltung des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr im Mehrzweckhaus. Die Planer stellten die Nordvariante 2.2 als Vorzugstrasse vor. „Sie erfüllt unsere Kriterien am besten“, sagte Britta Lüth vom Landesbetrieb. Ein Teil der Einwohner lehnt diese Trasse allerdings vehement ab.

In puncto Umweltverträglichkeit sei 2.2 die zweitbeste Lösung, in puncto Entlastung der Ortsmitte von Verkehr und Sicherheit sogar die beste. Nach dem Bau einer Nordumgehung würde der Durchgangsverkehr in Hammoor auf 2000 Fahrzeuge täglich zurückgehen. Bei einer südlichen Lösung bliebe es bei 10 000 Fahrzeugen, die durch die Ortsmitte fahren. Diese Verkehrsberechnung sei entscheidend gewesen, sagte Lüth.

Die präferierte Strecke ist mit 6,8 Millionen Euro für den Bau und Unterhaltungskosten von jährlich 365 000 Euro auch am günstigsten. Entscheidend für die Einstufung als Vorzugsvariante seinen die Verkehrsberechnungen gewesen. Die Untersuchungen des Landesbetriebs sind die Basis für das Planfeststellungsverfahren. Die Trasse werde als Landesstraße geplant. Lüth: „Es ist denkbar, dass die Höchstgeschwindigkeit später auf 70 Stundenkilometer beschränkt wird.“

Beobachtungen einiger Einwohner von einem Roten Milan im Planungsgebiet seien dem Landesbetrieb nicht bekannt, würden aber ebenfalls überprüft, so Lüth: „Der Horst liegt wahrscheinlich aber außerhalb des Gebiets.“

Gegner der Nordtrasse kündigten hartnäckigen Widerstand an. „Die Mehrheit lehnt diese Trasse ab, ich bereite eine Sammelklage vor. Wir werden alle Rechtsmittel ausschöpfen“, kündigte Kurt Hinst an. Nach so vielen Jahren Planung komme es auf weitere fünf Jahre Wartezeit nicht mehr an. „Wir sind uns klar, dass wir nie die volle Zustimmung erhalten werden“, entgegnete Lüth.

Auf beiden Seiten der Trasse werde es Ampelkreuzungen geben. Alle Kreuzungen würden höhengleich geplant, Tunnel oder Brücken seien nicht nötig. Eine Fußgängerampel ist vorgesehen. Der Gerkenfelder Weg wird bei der Variante 2.2 innerorts zu einer Sackgasse. Ein Durchkommen gibt es an der Kreuzung mit der Umgehung dann nur noch für Fußgänger und Radfahrer. Auf einer Länge von 180 Metern ist an dem Wirtschaftsweg eine 3,40 Meter hohe Lärmschutzwand geplant. Nach Fertigstellung der Umgehung wird die Ortsdurchfahrt abgestuft, dann könne auch die Höchstgeschwindigkeit reduziert werden.

Ob die wirtschaftliche Existenz landwirtschaftlicher Betriebe im Norden Hammoors gesichert ist, bleibt offen. „Das können wir nur im Dialog mit den Eigentümern und nicht in der Öffentlichkeit klären“, so Lüth. Etwaige Entschädigungen seien in der Kalkulation enthalten. Nach ihrer Aussage beeinträchtige die favorisierte kürzere Nordtrasse nur einen Betrieb. Alle anderen Varianten einer Ortsumgehung würden noch stärker in Eigentumsrechte eingreifen.

Wann das erste Auto fahren könne, fragte ein Teilnehmer. Das könne sie nicht sagen, so Lüth. Nur so viel: Der vorherige Verkehrsminister habe mit zehn Jahren von der Planung bis zur Fertigstellung gerechnet. Jetzt werde ein Vorentwurf erstellt, der die Grundlage für das Planfeststellungsverfahren darstelle. Der Dialog mit den Einwohnern werde auch im Entwurfsstadium fortgesetzt: „Mindestens alle sechs Monate“,. so Britta Lüth.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen