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Bad Oldesloe : Auf der Spur von Kinderhändlern

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Nemesis“, der neue Thriller der Oldesloer Autorin Stefanie Ross greift ein brisantes Thema auf. Wegen des Erfolgs sind ein Hörbuch und eine englische Ausgabe geplant.

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erstellt am 02.Apr.2015 | 06:00 Uhr

„Bei meinen Recherchen habe ich Sachen erfahren, die ich gar nicht wissen wollte. Einfach nur widerlich!“, die Oldesloer Krimiautorin Stefanie Ross schüttelt sich noch immer beim Gedanken an die Vorarbeiten für ihren aktuellen Thriller „Nemesis – verkaufte Unschuld“.

In dem jüngsten Band der Serie in der Hamburger LKA-Beamte und Mitglieder der amerikanischen Eliteeinheit Seals im norddeutschen Raum zusammenarbeiten, geht es um versuchte Kindesentführung. Die Ermittler kommen einem perfide angelegten Ring von Kinderhändlern auf die Spur. Ein Brandaktuelles Thema. Stefanie Ross erklärt: „Ich habe das Buch vor drei Jahren geschrieben, da gab es noch gar keinen Fall Edathy.“ Trotzdem weist ihr Thriller erstaunliche Parallelen auf: Von fehlendem Unrechtsbewusstsein bis hin zu Verstrickungen oberster Politik- und Ermittlerkreise.

Per Zufall kam die Oldesloerin mit dem Thema in Berührung. Bei einer privaten Feier wurde über einen seltsamen Mord gesprochen. Das Opfer war offenbar von einem Täter aber mit zwei unterschiedlichen Kugeln getötet worden. Für Stefanie Ross war sofort klar, was das bedeutet: „Elitekämpfer sind darauf trainiert, wenn eine Waffe versagt, sofort die zweite zu zücken.“ Aus Insiderkreisen erfuhr sie, dass das erste Projektil mit einer Waffe abgefeuert worden war, die für ihre Anfälligkeit bekannt ist. Das Interesse der Autorin war geweckt, sie drang tiefer in die Materie ein und wurde mit Ungeheuerlichkeiten aus der Kinderschänder-Szene konfrontiert. „Viele Indizien, aber keine Fakten. Das war für mich der Anlass diese Buch zu schreiben“, erzählt sie.

Verfolgung durch schwarze Limousinen, Cyberattacken auf den Computer – was Hauptakteurin und Kommissarin Sandra Meinke in „Nemesis“ passiert, hat Stefanie Ross auch erlebt. Zusammen mit der schier unglaublichen Thematik wurde das Buch zu einem „Herzensprojekt“ für die Oldesloerin, die seit 2012 Thriller veröffentlicht. Doch ihr Verlag tat sich mit dem umfangreichen Werk schwer. „Sie wussten nicht wann und ob sie mit der Serie weiter machen wollen“, erzählt Ross: „Oder war es doch das Thema?“ Sie wechselte kurzerhand zu Amazon – auch wenn das bedeutet, dass ihr Werk kaum im Buchhandel zu kaufen ist, bereut sie diesen Schritt nicht. „Die lassen sich echt was einfallen“, schwärmt sie. Und der Erfolg gibt ihr Recht. Quasi im Wochenrhythmus riefen Verlagsvertreter bei ihr an: „Nemesis ist wahnsinnig gestartet – Platz elf der Verkaufs-Charts.“ Eine Woche später kam: „Es hält sich super, wir machen ein Hörbuch daraus.“ Und als vorläufiger Höhepunkt: „Die amerikanischen Kollegen sind ganz fasziniert und haben sich die Rechte gesichert.“ Ende des Jahres soll die amerikanische Übersetzung erscheinen. „Es fehlte eigentlich nur noch, dass der Stoff verfilmt wird“, freut sich die Schriftstellerin.

Trotz des auch wirtschaftlichen Erfolgs will sie ihren Job bei einer Bank nicht aufgeben. „Das wäre zwar reizvoll, aber keine wirkliche Option“, sagt sie. Der Kontakt zu den Kollegen würde ihr fehlen. Deshalb nimmt sie auch weiter den Stress auf sich, einem „ordentlichen Beruf“ nachzugehen und zu schreiben. „Im Moment ist mehr Nachfrage vom Verlag als ich liefern kann“, erzählt sie. Der nächste Band ist bereits in Arbeit und soll möglichst schnell folgen. „Es geht im Segebergischen mit wilden Grundstückspekulationen weiter“, verrät Stefanie Ross schon mal.

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