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Stormarner Wochenschau : Auf dem Tisch gehen sie verloren

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Mehr essen, mehr kümmern, mehr Geld – mehr geht nicht.

Auf den Tisch

Mein Gott, was für ein Kuddelmuddel. Und wenn man ehrlich ist: Absolut unnötig! Dass ein Mensa-Essen mal nicht schmeckt – logisch. Dass es mal schlecht ist – kann vorkommen. Das kann vermutlich auch ein Konzern wie Dussmann nicht verhindern. Deshalb enthält der Vertrag zwischen Stadt und Mensa-Betreiber auch eine Passage, in der detailliert dargelegt wird, wie mit Beschwerden umzugehen ist. Es ist auch ganz klar geregelt, dass es ein gemeinsames Gremium geben soll, um Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und abzustellen.

Im Sozialausschuss sagten die Dussmann-Vertreter jetzt, sie hätten von der massiven Kritik nichts gewusst. Das muss man ihnen wohl glauben. Sie seien von den Vorwürfen überrascht worden. Kann man das wirklich glauben? Irgendwem muss doch auffallen, wenn die Essenszahlen immer weiter runter gehen. Auch bei Dussmann muss doch jemand merken, dass zwischen Schüler- und Essenszahl eine gewaltige Lücke klafft. Bei der Stadt hat man es jedenfalls nicht bemerkt und sich ebenfalls nicht darum gekümmert, dass die vertraglich vereinbarte Kontrollinstanz einberufen wird. So ist einiges hochgekocht und angebrannt, was vermutlich leicht vermeidbar gewesen wäre.

Aber wie heißt es so schön: Problem erkannt, Problem gebannt – zumindest theoretisch. Immerhin haben die Schulleiter miteinander gesprochen und ein gemeinsames Papier formuliert. Dussmann und Stadt sind alarmiert, eine neue Betriebsleiterin ist inzwischen eingestellt. Das sind doch gute Voraussetzungen, um aus der Mensa vielleicht doch noch ein Erfolgsmodell zu machen. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich jedenfalls schon mal Gedanken gemacht, wie die von Angela Fehrmann (CDU) geforderte „Charmeoffensive“ des Caterers aussehen könnte. Aber entscheidend wird sein, was auf den Teller kommt!

Oldies vor

Ein Seniorenbeirat in Bargfeld-Stegen wäre schön. Wunschdenken, mehr nicht! Dabei hatte sich schon Christian Rink in seiner Amtszeit als Bürgermeister (1994 - 2008) dafür stark gemacht – war aber bei Politik abgeblitzt. Wenn nicht so herum, dann eben andersrum. Dann nimmt man halt das Heft in die eigene Hand. Genau das tut jetzt der Familientreff e.V. und will sich quasi als Speerspitze für die Belange der Oldies einsetzen. Die würden links liegengelassen und für die werde viel zu wenig angeboten, sagen unisono Caren Westermann und Christian Rink von der Interessengemeinschaft und machen deshalb Nägel mit Köpfen: Am 18. März findet der erste Bürgerdialog statt. Was die Älteren wünschen, steht dabei ganz oben auf der Agenda. Diese Chance sollten sich die Senioren nicht entgehen lassen. Sie können mitreden und sollten das tun. Wenn sich Politik nicht bewegt, bewegen Sie sich und packen’s an. Es kann nur besser werden.

Nullnummer

Er wollte es, und er hat es geschafft. Am 29. Februar überwies der Kreis die letzte Rate seines letzten (vorzeitig abgelösten) Kredits: Stormarn ist schuldenfrei – 18 Jahre nachdem Klaus Plöger Landrat wurde und einem Monat, bevor er aus dem Amt scheidet. Das ist eine sensationell gut Nachricht, denn bundesweit schafft das – wenn überhaupt – eine Handvoll Landkreise. Und auch wenn jeder Erfolg viele Väter und Mütter hat, hängt er mit Klaus Plögers Wirken zusammen. Er hat (vor allem mit Personalpolitik) eine andere Kultur in die Verwaltung gebracht, hat die Politik so einbezogen, das (fast) alle am gleichen Strang zogen. Und kann jede Kritik mit dem Hinweis auf Erfolg und Ergebnisse kontern. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass Stormarns Kommunen vor 18 Jahren gut 50 Millionen Euro Umlage an den Kreis überwiesen. Heute sind es fast 100 Millionen Euro. Vor 18 Jahren finanzierten Städte und Gemeinden ein Viertel des Kreishaushalts, heute ist es mehr als ein Drittel. Und der Kreis gibt heute 42 Prozent mehr aus als vor 18 Jahren. Die Zahlen zeigen nicht nur das Wachstum in der Region, sondern vor allem den Anstieg bei den öffentlichen Ausgaben. Aber Stormarn hat die guten Zeiten genutzt. Wo sich andere brüsten, dass sie keine neue Kredite aufnehmen, hat der Kreis in zehn Jahren 50 Millionen getilgt, ein Viertel des Jahresetats.
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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 05.Mär.2016 | 08:00 Uhr

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