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Auf dem Land bündelt die Kirche die Kräfte

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Gemeinden müssen sich stärker auf einzelne Aufgaben konzentrieren

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

kiel | Der Bevölkerungsschwund auf dem Land zwingt auch die Nordkirche zum Handeln: "Alles an allen Orten anzubieten, geht künftig über die Kräfte der haupt- und ehrenamtlich engagierten Menschen", sagt der Bischofsvertreter im Sprengel Schleswig und Holstein, Gothart Magaard. Er ruft die Gemeinden auf, sich stärker auf einzelne Aufgaben zu konzentrieren.

Zwar reklamiert auch der oberste Geistliche in Schleswig und Holstein für sich den Anspruch: "Es darf nicht sein, dass wir uns aus der Fläche zurückziehen." Doch gerade deswegen - argumentiert er gegenüber unserer Zeitung - müssten Kirchengemeinden stärker im Verbund arbeiten. "Wir brauchen eine Bündelung aller Kräfte", fordert Magaard. Regionale Vernetzungen seien eine Chance, Angebote für Jugendliche, Senioren oder Kirchenmusik in der Fläche zu halten. Absprachen müssten her, welche Gemeinde welche Schwerpunkte setze. Der bischöfliche Appell ist nichts Geringeres als das Ende des Kirchturmdenkens.

Zwar gebe es durchaus Gemeinden, in denen dieses überwunden sei. Aber eben auch solche, "die sich schwer tun mit der Umsetzung neuer Ideen." Dass es daran hapert, erklärt der leitende Geistliche damit, "dass die Menschen in unseren länd lichen Regionen an so vielen Stellen gefordert sind, dass oft wenig Kraft bleibt, auch in der Kirchengemeinde neue Wege zu gehen."

Um den Akteuren vor Ort konkrete Vorschläge an die Hand zu geben, hat die Nordkirche das Projekt "Metamorphosen" initiiert. Bis Anfang 2015 soll es unter Federführung des Christian-Jensen-Kollegs in Breklum Ini tiativen, Impulse und Strategien aus Gemeinden und Kirchenkreisen zum Umgang mit dem demografischen Wandel aufnehmen. "Am Ende können wir Gemeinden und Regionen dann konkrete Vorschläge für Veränderungsprozesse machen", kündigt Magaard an und betont, dass am Ende jede Gemeinde selbst entscheiden müsse. "Von Druck von oben in der Kirche halte ich nichts", sagt er im Hinblick auf die basisdemokratische Organisation. Er sieht in der Autonomie aber auch eine Chance: "Wenn Gemeinden kooperieren, klappt das nur, wenn sie Spielräume haben." Fest stehe, dass die Bedeutung des Ehrenamts wachsen werde, angesichts des erwarteten Pastorenmangels und schwindender Kirchensteuereinnahmen.

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