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Von Busgarage zum Wunschlos-Glücklich-Gebäude : „Auf das neue Haus sind wir stolz“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Freiwillige Feuerwehr Hoisdorf hat nach jahrelanger Planung ein neues Gerätehaus bezogen.

Vor 15 Jahren hatte die Feuerwehr-Unfallkasse ihren Zeigefinger drohend über dem alten Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Hoisdorf erhoben, „das war im Januar“, weiß es Gemeindewehrführer Olaf Stolt noch jetzt ganz genau. Zu schmale und zu niedrige Einfahrtstore, und die Tatsache, dass sich die Männer in der Wagenhalle umziehen mussten, waren die Hauptargumente. Jetzt müsste die Unfallkasse eigentlich stolz auf das sein, was am Wochenende eingeweiht wurde: das neue Domizil.

Genau gegenüber dem alten Gerätehaus aus dem Jahr 1965 steht jetzt am Krütz 16 ein moderner, zweckmäßiger Neubau, der den Erfordernissen der heutigen Zeit entspricht: Platz für drei Fahrzeuge, Umkleidekabinen, Raum für Atemschutzträger, Werkstatt, ein großer Raum für Lehrgänge und Veranstaltungen, Platz für die Jugendwehr und für den Musikzug.

Das alte Gebäude hat seine eigene Geschichte: Kinoraum (Klumps Lichtspiele), danach Busgarage und dann Feuerwehrhaus. Einer der Feuerwehrmänner erinnert sich mit Schmunzeln an die „alten Bedingungen“: „Als wir das neue LF 20 bekamen, mussten immer vier Leute an der alten Toreinfahrt aufpassen, dass man nicht irgendwo aneckt, zwischen den Leitern auf dem Dach und der oberen Torkante gab es nur wenige Zentimeter Platz.“

„Die Planungen laufen schon lange, aber wir haben nie eine Zeichnung gemacht, sondern unsere Ideen dem Architekten gesagt, in der Planungsgruppe arbeiteten 18 Mitglieder der Feuerwehr“, berichtet Olaf Stolt, „auf das neue Haus sind wir wirklich stolz.“ Der Neubau verzögerte sich auch deshalb so lange, weil die Gemeinde zunächst Grundstücke verkaufen wollte, um Eigenmittel für den Neubau zu haben. Diese Grundstücke lagen aber zum Teil in einem Landschaftsschutzgebiet.

Eine der Ideen der Arbeitsgruppe: die optische schwarz-weiße Trennung der Fußböden. „Schwarz ist nur für den Einsatzbereich, weiß für alle anderen Bereiche – niemand darf in seinen Einsatzklamotten einfach so in die weißen Bereiche, das hat auch hygienische Gründe.“ Der Clou: Das neue Gerätehaus ist innerhalb von Minuten völlig unabhängig vom öffentlichen Stromnetz. Dank der entsprechenden Technik kann außerhalb des Gebäudes ein Stromaggregat, wie es Feuerwehren oder das THW haben, angeschlossen werden. „In bestimmten Situationen kann das sehr hilfreich sein“, sagt Olaf Stolt.

Die Jugendfeuerwehr (18 Mitglieder) hat endlich einen eigenen Raum, „bisher hatten wir einfach keinen Platz“, sagt Stolt. Auch der Musikzug mit seinen 38 Spielerinnen und Spielern, der sich seit vier Wochen Feuerwehr-Orchester nennen darf, hat nun einen hellen Raum für Instrumente und Übungen. Die im Jahr 1890 gegründete Freiwillige Feuerwehr (heute 119 Mitglieder, davon 41 aktive) hat in ihrem 125. Jahr des Bestehungs ein Domizil, „das auch für die Kameradschaft und für die Nachwuchsförderung ganz wichtig ist“, freut sich Olaf Stolt. Das neue Gerätehaus kostete rund 1,8 Millionen Euro. Das alte Gerätehaus übernimmt jetzt der Hoisdorfer Bauhof.


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