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Von wegen provinziell : Auch Provinz hat Kultur zu bieten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Dr. Katharina Schlüter, die erste Kuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin, wechselt aus Berlin nach Stormarn

von
erstellt am 28.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Bisher lief das Leben von Dr. Katharina Schlüter zwischen den Metropolen Hamburg und Berlin, jetzt ist es Stormarn. Die Sparkassen-Kulturstiftung hat die 36-Jährige als Kuratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin eingestellt. „Das ist ein Quantensprung für die Kulturarbeit in Stormarn“, ist Stiftungs-Manager Jörg Schumacher überzeugt.

Dr. Katharina Schlüter ist die erste Kuratorin der Stiftung und soll gemeinsam mit Kreiskulturreferentin Tanja Lütje Ausstellungen und Veranstaltungen konzipieren und organisieren. Als Kulturvolontärin hatte Anne Pfennig in den vergangenen zwei Jahren Tanja Lütje unterstützt, ihre Zeit läuft aber im April aus.

„Wir hatten überlegt, ob wir uns eine Festanstellung leisten können“, sagt Schumacher, „sind aber überzeugt, dass es die kulturelle Arbeit deutlich verbessern wird.“ Durch die Erfolge der vergangenen Jahre scheint Stormarn in de Szene mittlerweile einen guten Ruf zu haben. „Wir haben qualifizierte Bewerbungen aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland bekommen“, so Schumacher.

Fünf Kandidaten wurden zu Vorstellungsgesprächen geladen, die Wahl fiel auf Dr. Katharina Schlüter. Die 36-Jährige ist in Hamburg aufgewachsen, hat dort sowie in Berlin und auch Italien Kunstgeschichte studiert. Sie hat dann vor allem für Galerien gearbeitet. In den letzten zehn Jahren war sie in Berlin tätig, hat Ausstellungen und Projekte für die staatlichen Museen betreut und war auch an der ersten Beuys-Ausstellung in Moskau beteiligt.

Jetzt es es in die Provinz. Warum? „Es kommt immer auf die Möglichkeiten an. Und hier habe ich das Gefühl, dass man einiges gestalten kann“, sagt die 36-Jährige: „Außerdem ist Hamburg meine Heimat.“ Zurzeit wohnt sie in Grabau. Ob sie wieder in die Hansestadt zieht oder in Stormarn bleibt, weiß Katharina Schlüter aber noch nicht.

Klar ist, dass sie sich vor allem um den Marstall in Ahrensburg kümmern wird, wo sie auch ihre Büroräume hat. „Da ist schon viel passiert. Man muss mal sehen, ob man den Marstall noch mehr als Ort für zeitgenössische Kunst etablieren kann.“ Sie wird sich aber auch um die Stipendiaten und das Atelierhaus in Trittau und das Schloss Reinbek kümmern, das ein weiterer Schwerpunkt in der Arbeit der Stiftung werden soll. Schumacher: „Da ist noch mehr möglich. Ohne gute Leute geht das aber nicht.“

Den Norden Stormarns möchte Sparkassenchef Dr. Martin Lüdiger mehr „eingefangen bekommen“. Bis auf die Ausstellung in der Galerie der Sparkasse in Bad Oldesloe gibt es wenig Kultur-Orte im Nordkreis. Dort sind Kunstwerke zu sehen, die Stiftung und Kreis in den vergangenen 25 Jahren angekauft haben. Und wovon es noch mehr gibt. „Ich sichte das gerade“, sagt Katharina Schlüter.

Sie ist zwar vorerst nur für zwei Jahre eingestellt, „ich kann mir aber nicht vorstelle, dass dann Feierabend ist“, sagt Klaus Plöger. Schließlich soll die Kulturarbeit in Stormarn deutlich ausgeweitet werden. Auch eine Kulturvolontärin soll es wieder geben, „wenn wir ein vernünftiges Fundamt haben“, so Schumacher.

Auch wenn sich Katharina Schlüter bereits mehr mit dem Programm 2015 als mit diesem Jahr befasst, an den Vorbereitungen für die Stormarner „Kunst-Orte“ ist sie beteiligt. Auch in diesem Herbst sollen Künstler ihre Ateliers öffnen, die man auf eigens dafür ausgearbeiteten Fahrradrouten abklappern kann. „Wir werden da noch den einen oder anderen entdecken“, ist Landrat Plöger überzeugt, der letztes Jahr dabei war: „Ich habe die Hälfte der Ateliers besucht, und es waren viele Künstler dabei, die ich noch nicht kannte.“

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