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AJH Bargteheide : „Auch fürs Jugendhaus gelten Regeln“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Autonome Jugendhaus Bargteheide fühlt sich durch Polizei und Stadt drangsaliert, beklagt, dass es Lärmmessungen gab und eine Schanklizenz verlangt wird.

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erstellt am 31.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Das autonome Jugendhaus Bargteheide Am Volkspark 1 sieht seine Zukunft gefährdet. Gründe seien Lärmmessungen des Ordnungsamts und das Beharren der Stadt auf eine Gaststättenkonzession. Zudem war es am 4. Januar zu einer Konfrontation mit der Polizei gekommen, nachdem ein Flasche aus dem Jugendhaus auf die Beamten geworfen wurde.

Die Polizisten wollten die Täter ausfindig machen, die Jugendlichen wollten die Beamten aber nicht ins Jugendhaus lassen. „Nach deeskalierenden Maßnahmen auf beiden Seiten wurde die Veranstaltung offiziell beendet“, schreibt das AJH.

„Wir möchten nicht, dass ein rechtsfreier Raum entsteht“, sagt Karsten Witt, Leiter der Polizeistation, „das Jugendhaus nimmt keine Sonderrolle ein.“ Das AJH distanzierte sich nachträglich in einem Gespräch mit Bürgermeister und Polizei von dem Flaschenwurf. Es sei ein unglücklicher Zufall gewesen und unnötig, besonders in ökologischer Hinsicht. Ein Nachspiel hat er trotzdem: Die Staatsanwaltschaft hat ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Als generelles Problem sieht Witt das Jugendhaus allerdings nicht. Zwei Jahre lang sei relative Ruhe gewesen. Ein Problem scheinen aber die Partys zu seinen, mit denen sich das AJH finanziert. Zum einen sind sie laut und zum zweiten open end, um genügend Publikum anzulocken. „Die Lärmmessungen haben gezeigt, dass die nächtlichen Grenzwerte deutlich überschritten werden“, sagt Karsten Witt. Das Ordnungsamt macht eine Ausschank-Erlaubnis zur Bedingung für öffentliche Partys. Die schreibt zudem vor, dass ein Verantwortlicher benannt, die Musik um 1 Uhr ausgeschaltet und die Feier 2 Uhr beendet wird. „Das sind einfach Dinge, zu denen wir verpflichtet sind, und das ist nicht anders als bei der Jugendfeuerwehr oder der Landjugend. Die müssen sich auch daran halten“, sagt Bürgermeister Henning Görtz.

Das AJH betrachtet solche Auflagen allerdings als „unmoralisch und politisch nicht tragbar, weil bei uns keine Einzelpersonen Entscheidungen treffen sondern nur das Plenum“. Das sei der Stadtverwaltung auch seit Jahren bekannt. Und durch eine Gaststättenkonzession sehe man sich „zu einer kommerziellen Gaststätte bzw. Disco degradiert“. Die für dieses Wochenende vorgesehene Feier hat das Jugendhaus abgesagt. Dass die Stadt das geplante Festival zum 30-jährigen Bestehen nicht genehmigen wolle, weist Bürgermeister Görtz zurück: „Natürlich werden wir das grundsätzlich genehmigen. Das AJH ist Teil der Jugendarbeit in Bargteheide. Es gibt aber Regeln, an die man sich halten muss.“

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