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Stormarner Wochenschau : Auch Farbenlehre kann grau sein

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein neuer Bürgermeister in Trittau, eine neue Tonne für Wertstoffe und eine neue Streitkultur in Bargteheide.

Tradition

Diese letzte Ferienwoche wird wohl vor allem in Erinnerung bleiben, weil Trittau einen neuen Bürgermeister hat. Nach zwölf Jahren im Amt und 48 Berufsjahren wollte Walter Nussel nicht noch einmal antreten. Der Chefposten in Trittau war umkämpft wie sonst keiner in Stormarn. Sechs Bewerber wollten in die Veraltung am Europaplatz, andernorts war man froh, wenn man zwei Kandidaten hatte. Die Trittauer hatten sich für einen der Ihren entschlossen: Oliver Mesch, der dort zur Schule ging, im Sportverein und bei den Pfadfindern war und bis jetzt Archivar für Trittau und das Amt Siek sowie Geschäftsführer der Wassermühle war. Mesch punktete mit seiner Verbundenheit zu Trittau und wohl auch mit seiner Unabhängigkeit als Parteiloser. Da hat Trittau ja schon eine Tradition aufzuweisen – die Mesch nun fortsetzen muss.

 

Die letzte

Früher war es so leicht: Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen hieß es schon bei Aschenputtel und bis vor wenigen Jahren gab es auch hier nur eine Tonne für allen Müll. Mittlerweile sind es derer drei, und wenn der gelbe Sack platzt, dürfte bald eine vierte Tonne dazukommen. Die Farbe ist klar – gelb – , was hinein kommen soll, noch lange nicht. Nur Plastik oder auch Metall, etwa auch Elektroschrott, oder gibt’s da noch ’ne Extra-Tonne? Es geht dabei auch schon um die Umwelt, aber vor allem ums Geld. Weil der gelbe Sack Finanzierungsprobleme hat, schielen die kommunalen Entsorger auf das Geschäft. Die hätten, auch wenn’s nicht läuft, kein Problem mit den Kosten: Gebühren und Entgelte lassen sich immer neu kalkulieren. Und ob dann eines Tages die Tonne für die Dinge, von denen man nicht weiß, in welche Tonne sie gehören, noch Sinn ergibt, fragt sich auch unser Zeichner Götz Wiedenroth.

Wehret den Anfängen

Ja, liebenswert ist Bargteheide, lebenswert auch. Und zweifellos nimmt die „Stadt der Linden“ im Kreis Stormarn eine starke Rolle ein. Mit dem größten Bevölkerungswachstum und der jahrelangen Schuldenfreiheit setzt das Eiland vor den Toren Hamburgs nun einmal Maßstäbe. Aber wer denkt, Bargteheide sei ein Schlaraffenland, irrt. Hier fließt auch nur Wasser aus den Hähnen. Hier wird um Themen genauso hart gerungen wie anderswo. Vielleicht mit dem Unterschied, dass Diskussionen gesittet ablaufen – obwohl sich Schwarz, Rot, Gelb und Orange nicht immer grün sind. Zumindest war das bis vor kurzem so. Doch das gute Miteinander scheint in Vergessenheit zu geraten. Hau-drauf-Mentalität bricht sich Bahn. Beispiel Windpark. Da wird verbal verletzt, persönlich angegriffen. Sachlich war gestern. Im Namen Bargteheides sollte das nicht Zukunft sein.
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