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Bad Oldesloe : Asylbewerber sollen ins ehemalige Schwesternwohnheim

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Asklepios Klinik stellt das Gebäude mit 1000 qm Nutzfläche kostenlos zur Verfügung. Der Kreis muss der Nutzungsänderung zustimmen.

von
erstellt am 07.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Neues Leben für das alte Schwesternwohnheim des Krankenhauses. Vor zwei Jahren hatte Asklepios die Ausbildung nach Hamburg verlagert, seitdem steht das große Backsteingebäude aus Ende der 60-er Jahre in der Kastanienallee leer. Jetzt sollen dort Asylbewerber einziehen.

„Die Zahlen steigen ständig, es gibt keine Wohnungen mehr, die sofort verfügbar sind. In meiner Not habe ich den Asklepios-Geschäftsführer Philip Wettengel angerufen. Der hat die Idee unterstützt, und am nächsten Tag hatten wir das Go“, sagt Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary, dem ein Stein vom Herzen fiel: „So eine Gebäude ist ein Geschenk.“

Was zum Teil sogar stimmt: Asklepios stellt die Gebäude mit rund 1000 Quadratmeter Nutzfläche kostenlos zur Verfügung. „Wir wollen damit keinen Gewinn machen, sondern helfen“, sagt Wettengel. Asklepios nutzt die Räumlichkeiten nur als Zwischenlager für Inventar aus Klinikflügeln, die saniert werden.

Viel anderes ist auch nicht möglich. Im Kaufvertrag für das einstige Kreiskrankenhaus hatte der Kreis seinerzeit eine Kliniknutzung festgeschrieben. Damit wollte man verhindern, dass dort Wohnungen oder ähnliches gebaut wird. Seit der Schließung stand der Kreis auch in Verhandlungen mit Asklepios, da der Vertrag bei anderweitiger Nutzung eine Rückgabe vorsieht.

Nun hat sich die Situation erneut komplett geändert. „Ich habe positive Signale vom Kreis“, sagt von Bary. Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen. Am Montag kommt zwar Landrat Klaus Plöger aus dem Urlaub zurück, „wir sehen zurzeit aber nicht die Voraussetzungen für eine Eilentscheidung und gehen davon aus, dass es die Gremien entscheiden müssen“, sagt Kreisjurist Andreas Rehberg. Die Ausschüsse tagen wieder nach den Sommerferien, der Kreistag am 25. September.

Von heute auf morgen kann aber ohnehin niemand in der Kastanienallee einziehen. „Die Fußböden müssen auf jeden Fall erneuert werden, im Sanitär- und Elektrikbereich müssen wir schauen“, sagt der Bürgermeister. Auf jeden Fall müssen von außen Treppen als Fluchtwege gebaut werden, weil „für Asylbewerberunterkünfte besonders strenge Brandschutzvorschriften gelten“, so von Bary.

In dem Gebäude mit Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen wäre Platz für 80 bis 100 Personen. „Der Großteil der Zugewiesenen sind Einzelpersonen“, sagt von Bary. Fünf bis sieben waren es bis vor wenigen Wochen, seitdem kommen zehn bis 14 Menschen an, die die Stadt unterbringen muss. „Früher sind wir als Vermittler aufgetreten, wenn die Menschen aus der Unterkunft in der Kampstraße auszogen. Jetzt treten wir selbst als Vermieter auf und müssen die Erstausstattungen besorgen. Das ist ein erheblicher Aufwand“, so der Verwaltungschef.

Das Geld für die Sanierung müssen die Stadtverordneten zunächst bereitstellen, auch wenn die Stadt ein Teil davon wieder bekommen wird. Hinzu kommen Personalkosten, „weil wir auch Betreuer brauchen werden.“ Die Sanierung und Belegung des ehemaligen Schwesternwohnheims soll nach und nach erfolgen. Aber selbst das „wird noch nicht reichen“, sagt von Bary: „Wir suchen weiter Wohnungen und planen auch, Container oder Mobilwohnheime auf städtischen Grundstücken aufzustellen.

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