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Stormarner Tageblatt

19. August 2017 | 00:50 Uhr

Bad Oldesloe : Asklepios lehnt Hospiz ab

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Krankenhauskonzern will keine Flächen abgeben, um seine mögliche Entwicklung nicht zu gefährden.

Gerät der Hospizverein jetzt zwischen die Mühlsteine von Streitigkeiten zwischen Asklepios und dem Kreis Stormarn? Vereinsvorsitzende Sabine Tiedtke beabsichtigt bekanntlich die Einrichtung eines stationären Hospizes in der Stadt. Dazu hatte sie das ehemalige Schwesternwohnheim des Krankenhauses ins Auge gefasst. Anfängliche Gespräche sollen positiv verlaufen sein, auch Asklepios habe grundsätzliches Interesse signalisiert. Doch jetzt auf einmal sieht alles ganz anders aus. „Asklepios hat seine Zusage widerrufen“, teilte Bauamtsleiter Thilo Scheuber jetzt im Bauausschuss mit: „Das kommt für sie nicht mehr in Frage.“

Die Lage ist juristisch kompliziert. Asklepios hat zwar das ehemalige Kreiskrankenhaus gekauft, trotzdem kann der Konzern damit nicht machen, was er möchte. Das verhindert eine so genannte „persönlich beschränkte Dienstbarkeit“, die im Grundbuch festgehalten ist. Sie besagt, dass die Flächen nur für das Krankenhaus oder eben die Pflegeschule sowie das Wohnheim genutzt werden dürfen. Asklepios darf sie nicht versilbern oder anderweitig „zweckentfremden“. In dem Fall würden die Flächen wieder an den Kreis zurück gehen.

In der Stadtverwaltung war man zuversichtlich. „Okay, rechtlich könnte das passen“, sagte Scheuber. Um das klären zu können, sollte das Gespräch mit dem Kreis gesucht werden. Nun ist es geklärt, aber nicht so, wie Stadt und Hospizverein das erwartet hätten. Vom Kreis wurde nämlich mitgeteilt, dass Krankenhaus-Geschäftsführer Philipp Wettengel sich dort ein Hospiz nicht vorstellen könne, die Überlegungen seien unausgereift und es fehle ein Finanzierungskonzept. „Das sind doch Ausflüchte“, ist Thilo Scheuber überzeugt: „Wir sind zwischen die Mühlsteine geraten.“

Keine Einigung bei der Rettungswache, der Kreistag hat Asklepios den Verkauf der Pflegeheime vermasselt – da kann man auf solche Gedanken kommen. Kreis-Bauamtsleiter Klaus Kucinski dementiert das. „Wir hatten am 27. Januar ein Gespräch mit Vertretern von Asklepios. Irgendwelche Retourkutschen oder taktieren vom Konzern habe ich nicht festgestellt“, sagt er. Gleichwohl sind sich Kreis und Asklepios nicht grün. Grund des Gesprächs im Januar war die Frage, ob die Grundstücke für Pflegeschule und Wohnheim noch entsprechend der Dienstbarkeit genutzt werden. Der Krankenhausbetreiber sieht das gegeben, auch wenn sie momentan nur als Lager genutzt würden. Kucinski: „Wir sind da in Teilen anderer Auffassung.“ Deshalb habe der Kreis die Rückübertragung verlangt. Asklepios sei aber nicht bereit, diese Frage gütlich zu diskutieren, sondern wolle es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen.

Asklepiossprecher Mathias Eberenz stellt klar: „Diese Flächen werden für die weitere Standort- und Krankenhausentwicklung benötigt.“ Deshalb beabsichtige der Konzern nicht, sich von zum Krankenhaus gehörenden Flächen zu trennen. Zu konkreten Plänen und Zeiträumen wollte er sich nicht äußern. Nach schlechten Erfahrungen in Hamburg muss das eine Art Konzerngrundsatz sein. Das Unternehmen unterstütze Hospize gerne, war zu hören, aber nur, solange sie keine Krankenhausflächen beanspruchen. Offizielle Stimmen von Asklepios, die allerdings nicht zitiert werden wollen, verneinen, dass es jemals irgendwelche Zusagen gegenüber der Stadt und Lebensweg gegeben habe. Bauamtsleiter Thilo Scheuber hält an seiner Darstellung fest: „Dann hätten wir uns doch gleich auf eine andere Liegenschaft konzentriert. Damit wäre allen geholfen gewesen.“

 

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 20.Feb.2015 | 10:33 Uhr

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