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Arbeitslos, alkoholisiert und schwer gewalttätig

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

21-Jähriger und 18-Jähriger nach Schlägerei vor Disko zu Geldstrafe und gemeinnütziger Arbeit verurteilt

Kräftig zugelangt haben zwei junge Trittauer vor der Diskothek „Fun Parc“. Jetzt mussten sie sich dafür vor dem Amtsgericht in Ahrensburg verantworten.

Die beiden (21 und 18 Jahre) hatten am 30. Mai vergangenen Jahres gegen 5 Uhr morgens zwei Besucher mit Fausthieben ins Gesicht attackiert. Der 21-Jährige war bereits zwei Stunden zuvor aus der Diskothek geflogen, weil er Streit gesucht hatte. Draußen wartete er zwei Stunden. Er habe sich nur verteidigt, sagt er vor Gericht aus: „Der Mann stand mir in Kampfstellung gegenüber.“ Als dessen Begleiter lautstark forderte, mit den Schlägen aufzuhören, erhielt er von dem 18-jährigen Mitangeklagten ebenfalls Faustschläge ins Gesicht.

Dafür mussten sich beide jetzt mit vor dem Amtsgericht in Ahrensburg verantworten. Die Anklage gemeinschaftlicher Körperverletzung nimmt der Staatsanwalt zurück, es bleibt aber bei geringer bestraften einfachen Körperverletzungen. „Eine Einstellung gegen Wiedergutmachung des Schadens ist denkbar“, sagt der Staatsanwalt. Doch das sei angesichts der geringen finanziellen Leistungsfähigkeit der Angeklagten nicht zu erwarten.

Beide Angeklagten waren alkoholisiert, wie auch die Opfer. „Nach dem Schlag war ich benommen und konnte mich an nichts mehr erinnern“, sagt ein 33-Jähriger, der damals als Türsteher in der Diskothek arbeitete. Schlägereien habe es dort häufig gegeben. „Jetzt bin ich in einem neuen Laden, da geht es ruhiger zu.“ Er erlitt eine Nasenprellung und blutete stark.

Noch übler traf es seinen 34-jährigen Begleiter, der eine Gehirnerschütterung davontrug und mit Verdacht auf Kieferbruch ins Krankenhaus kam. „Ich entschuldige mich bei Ihnen, es geschah im Affekt“, sagt der 21-jährige Angeklagte. Er hat wie der Mitangeklagte eine Ausbildung abgebrochen. Beide sind zurzeit arbeitslos und hoffen auf eine neue Ausbildungsstelle.

„Sie haben den Opfern nachhaltige Verletzungen zugefügt, unter denen sie monatelang litten“, sagt der Staatsanwalt. Er fordert 50 Tagessätze zu 12 Euro Geldstrafe für den jüngeren Angeklagten und 50 Stunden gemeinnützige Arbeit samt einer Verwarnung für den älteren.

Dem folgt der Richter im Wesentlichen, erhöht aber die Zahl der Arbeitsstunden auf 90. Über den Opferfonds des Landes werden dafür indirekt 600 Euro ausgezahlt. Die sollen zu gleichen Teilen an die Betroffenen ausgezahlt werden. „Ein deutlich vierstelliger Bereich wäre ihnen zur Wiedergutmachung lieber gewesen“, sagt der Richter. „Wenn Sie sich schlagen wollen, gehen Sie in einen Boxverein“, ermahnt er den „faustschnellen“ älteren der beiden Angeklagten. Es sei das letzte Urteil wegen Körperverletzung ohne Freiheitsentzug, bei einer Wiederholung drohe ihm Gefängnis.

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