Ahrensburg : Apotheken-Notdienst auf Prüfstand

Gesprächspartner (v. l.): Justiziar Dr. Karl-Stefan Zerres, Kammer-Präsident Gerd Ehmen, Hubert Priemel Jens-Uwe Ehrlich (JU-Landesvorstand) und Frank Jaschkowski, Geschäftsführer der Kammer.
Gesprächspartner (v. l.): Justiziar Dr. Karl-Stefan Zerres, Kammer-Präsident Gerd Ehmen, Hubert Priemel Jens-Uwe Ehrlich (JU-Landesvorstand) und Frank Jaschkowski, Geschäftsführer der Kammer.

Teilerfolg für die Stormarner Senioren-Union: Die Apotheken-Kammer will Neuregelung des Notdienstes noch mal zum Thema machen.

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09. Mai 2015, 08:00 Uhr

Erfolg für die Senioren-Union Stormarn. Vor einem Monat hatten deren Delegierten einen Dringlichkeitsantrag verabschiedet, mit dem die Apotheken-Kammer aufgefordert wurde, wieder zu der alten Notdienst-Regelung zurückzukehren. Das wird nicht passieren, aber nach einem „sehr offenen Gespräch“ mit der Apothekenkammer, so SU-Vorsitzender Hubert Priemel, kündigten deren Vertreter aber an, die Themen in der Kammer noch mal zur Sprache zu bringen.

„Wir haben alle Knackpunkte der neuen Notdienstregelung für Apotheken ausführlich angesprochen“, so Priemel. Seit Januar erstellt eine Software den Dienstplan, der sich nicht mehr nach Orten, sondern nach Geodaten richtet. Der Weg zur Notdienst-Apotheke ist umso länger, je geringer die Bevölkerungsdichte ist. „Selbst in Städten wie Ahrensburg, Bargteheide oder Bad Oldesloe müssen Bürger bis zu 20 Kilometer mit dem Auto fahren, um im Notfall Medizin zu erhalten“, hatte Priemel kritisiert.

Hannelore Diercks aus dem Kreisvorstand hatte die Neuregelung als „Schande“ bezeichnet. Wütend waren die Delegierten auch über die Informationspolitik. Welche Apotheke Notdienst habe, erfahre man nur im Internet oder unter einer kostenpflichtigen Servicenummer. Nach der Versammlung stellten Vertreter der Senioren-Union umfangreiche Prüfungen an, führten viele Gespräche mit Apothekern, Notärzten und Taxi-Unternehmern. Die Erfahrungen zeigten, dass es erhebliche Probleme gebe. Im Gespräch verdeutlichte auch die Kammer ihre Ziele der Neuregelung, vor allem eine effizientere und gerechtere Verteilung der Notdienste. Bisherige Privilegien fielen weg, nun müssen alle Apotheken Notdienst leisten, aber keine mehr als einmal pro Woche und maximal 45 Dienste im Jahr.

„Die von uns geschilderten Fälle haben aber auch zu der Erkenntnis geführt, dass nicht alle Zielvorstellungen erreicht wurden“, so Priemel. Ein wichtiger Punkt war die Tatsache, dass Hamburger Apotheken an der Grenze zu Stormarn nicht einbezogen wurden, weil es eine schleswig-holsteinische Regelung ist. Priemel: „In allen Bereichen der ärztlichen Versorgung gibt es Verzahnungen zu Hamburg. Warum geht das nicht bei den Apotheken? Es ist nicht nachvollziehbar, dass man Menschen aus Ahrensburg nach Norderstedt oder Barsbüttel schickt, wenn eine Apotheke in Volksdorf Notdienst hat.“

Hier müsse noch „nachgearbeitet werden“, so der SU-Vorsitzende, ebenso bei den „per Zirkel festgelegten Zumutungsgrenzen im ländlichen Bereich“. Bislang sind in dünn besiedelten Gebieten Entfernungen von bis zu 38 Kilometern erlaubt.

Einig war man sich, dass so manche Irritation bei den Bürgern mit einer besseren öffentlichen Begründung hätten vermieden werden können und dass die Informationen über Notdienste verbesserungswürdig sind. Die Kammer will die Themen auf der nächsten Apothekerversammlung im Juni zur Diskussion stellen.

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