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Stormarner Tageblatt

21. August 2017 | 08:32 Uhr

Ahrensburg : Ansturm auf das Schloss

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Sanierung zahlt sich aus: Mehr Besucher und Einnahmen, mehr Führungen und Hochzeiten. Für das Jahr 2016 wurde eine grandiose Bilanz vorgelegt .

Das Jahr nach Abschluss der Renovierung war das erfolgreichste seit Einführung der Statistik. 33  506 Personen besuchten 2016 das Schloss Ahrensburg. Davon kamen 3249 zu Veranstaltungen im Park oder im Gewölbe. Zudem gab es 541 Führungen und 234 Hochzeiten, ebenfalls die bislang höchsten Werte. Die sogenannte Eigenwirtschaftsquote stieg damit auch bundesweit auf ziemlich einmalige 70 Prozent.

„Das war schon ein Hype nach der Sanierung, auch wegen der intensiven Berichterstattung in den Medien, wie toll alles geworden ist“, sagt Schlossherrin Dr. Tatjana Ceynowa. Das „außergewöhnlich gute Jahr“ wird sich kaum wiederholen lassen: „Das flacht schon wieder ein bisschen ab“, sagt Ceynowa, die aber ein deutliches Plus bei den Park-Besuchern erwartet: „Bei den letzten beiden Kino-Sommern hatten wir tolle Filme, aber Pech mit dem Wetter.“

3,5 Millionen Euro und sechs Jahre kostete und dauerte es, bis das Schloss im Dezember 2015 in neuem Glanz erstrahlte. 400  000 Euro gab der Bund aus dem Sonderprogramm Denkmalschutz, zudem beteiligten sich das Land, der Kreis, Stadt und Freundeskreis sowie die Sparkassenkultur- und die Sparkassenstiftung Schloss Ahrensburg.

In drei Räumen des Schlosses kann standesamtlich geheiratet werden, der größte und repräsentativste ist der Gartensaal. Der kleinste Raum im Schloss ist vermutlich der Museumsshop. Auf den anderthalb Quadratmetern wurden 2016 aber immerhin 7776,64 Euro verdient. Ein Erfolg ist auch das vor knapp einem Jahr eröffnete Historienkabinett, das mit 16 Quadratmetern die wohl kleinste Ausstellung im Land ist. Erzählt wird „Aus dem Leben eines Schlosses“ – wer die Besitzer und wie die familiären Zusammenhänge waren, wie das Dienstpersonal lebte und arbeitete und woher das Badewasser kam. Auf drei iPods gibt es neben historischen Zeichnungen und Aufnahmen auch zahlreiche Details sowie Szenen aus dem im Schloss gedrehten Wallace-Krimi „Der grüne Bogenschütze“.

Gerechnet hatte das Schloss 2016 mit Betriebseinnahmen von 197  300 Euro, tatsächlich wurden es 219  200 Euro. Größte Einnahme-Posten waren die Eintrittsgelder (81  614), Trauungen (53  775) sowie Zinserträge von den Stiftungen (48  879) und Spenden von 201  200 Euro, wozu auch die städtischen Zuschüsse zählen, so dass sich vor Abzug von Rücklagen ein Überschuss von genau 61  240 Euro ergab.

Bei den Ausgaben sind die Personalkosten mit 280  000 Euro der größte Posten. Mit Instandhaltung, Versicherungen, Außenanlagen, Raum- und Verwaltungskosten summieren sich die Ausgaben auf rund 420  000 Euro jährlich. Die sind quasi fix, auch wenn die Verwaltungskosten gesenkt werden konnten, weil die bislang an eine Büro vergebene Bilanzierung nun von den Stiftungen erledigt wird.

Obwohl die Eintrittspreise leicht erhöht wurden und weil man vorsichtig kalkuliert hat, weist das Budget für dieses Jahr wieder eine „normale“ Unterdeckung von 113  580 Euro aus. Durch den Überschuss 2016 verringert sich das Defizit auf 52  340 Euro.

Der Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss bewilligte nicht nur diese Summe, sondern auch 90  000 Euro für eine Betriebsmittelrücklage unvorhersehbarer Mehraufwendungen. „Das erlaubt uns erstmals, nicht auf Kante planen und eventuell das Stiftungskapital angreifen zu müssen“, sagt Stiftungsvorstand Thomas Deistler und legt nach: „Das ist bei anderen Stiftungen dieser Größenordnung absolut usus.“

Wenn der Jahresabschluss 2017 vorliegt, soll zudem geprüft werden, ob man nicht wie bei anderen Kultureinrichtungen eine Summe für drei Jahre bereit stellt, um damit Planungssicherheit zu ermöglichen.

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erstellt am 13.Apr.2017 | 06:00 Uhr

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