Bad Oldesloe : Anstehen für den Grünkohl-Teller

In der Mittagszeit war das Festzelt auf dem Marktplatz voll besetzt: „Dadurch, dass wir mehr Sitzplätze hatten, ging alles auch ein wenig schneller“, so Hinz.
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In der Mittagszeit war das Festzelt auf dem Marktplatz voll besetzt: „Dadurch, dass wir mehr Sitzplätze hatten, ging alles auch ein wenig schneller“, so Hinz.

Der verkaufsoffene Sonntag mit Grünkohlfest trotzt den kalten Windböen. Gastronom Rainer Hinz vermeldet „ausverkauft“

shz.de von
03. November 2013, 18:45 Uhr

Der Blick auf den Wetterbericht hatte den Vertretern der Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute (GOK) und Rainer Hinz vom Hotel&Restaurant „Cafe Vaterland“ ein wenig Sorge bereitet. Denn für den verkaufsoffenen Sonntag war Regen und starker Sturm angekündigt worden. Sollte der beliebte Grünkohlsonntag womöglich ins Wasser fallen? Hinz reagierte und brachte statt 1000 geplanten Grünkohlportionen nur die Zutaten für 800 Gerichte mit.

Der große Regen blieb aus, der Sturm hielt sich in Grenzen und so konnte Hinz in seinem Festzelt auf dem Marktplatz gegen 16 Uhr beim schon traditionellen 12. Grünkohlessen in der Kreisstadt „ausverkauft“ vermelden. Hunderte Gäste hatten zu diesem Zeitpunkt bereits das Festzelt besucht. Um 11.30 Uhr hatten einige der größten Fans seiner Kochkünste vor dem Zelt gestanden, um den ersten Grünkohl der Saison zu ergattern. Eine Stunde später bildeten sich sogar richtige Warteschlangen. „Dadurch, dass es dann doch fast die ganze Zeit trocken blieb , ist es fast so voll wie immer geworden“, so ein zufriedener Küchenchef Hinz. Neure Rekorde habe man zwar nicht aufstellen können, aber insgesamt sei es „absolut in Ordnung gewesen. “ Nach Abzug aller Kosten werde am Ende dann wohl die erhoffte schwarze Null für den Oldesloer Gastronomen stehen.

„Wir machen das immer wieder, weil wir etwas für Bad Oldesloe bieten wollen. Nicht, um den großen Reibach zu machen“, so Hinz. Ein wenig enttäuscht sei er daher darüber, dass ein anderes Geschäft erneut zu einem „Dumpingpreis“ ebenfalls ein Grünkohlgericht in der Fußgängerzone anbot. Statt zehn Euro für Grünkohl mit allen möglichen drei Fleischbeilagen bei Hinz, kostete ein auf den ersten Blick vergleichbares Menü dort nur 5,50 Euro. Passanten, die das nicht weiter hinterfragten, beklagten sich über angeblich zu hohe Preise im Festzelt bei Hinz. „Das ist ärgerlich, aber nicht zu vermeiden. Ich möchte auch niemandem das Geschäft verderben. Ein Gespräch, dass ich mal mit den Herren dort geführt habe, war nicht ergiebig. Da hieß es dann nur, ich habe ja das Zelt und die bessere Qualität, daher sei der Preisunterschied okay“, so Hinz. „Aktuell habe ich es aber aufgegeben, dass man da noch viel bewirken kann. Schade, aber so ist es dann“, sagt Hinz. Dass er dieses Mal am Ende ausverkauft war, ließ ihn ein wenig entspannter mit der Situation umgehen.

Susanne Relling-Peters, Vorsitzende der GOK, betonte, dass sie es schade finde, dass man in diesem Fall Angebote und Preise nicht besser abstimmen konnte „Da hat Herr Hinz schon Recht. Ich bedaure es, dass es – wie in manchen anderen Fällen auch – an Kommunikation mangelt. Es ließen sich ansonsten bestimmt Lösungen finden, wenn man gemeinsam an einem Tisch auf Augenhöhe über solche Probleme spricht.“

Da das Zelt stets gut besucht war und die Innenstadt in den Nachmittagsstunden gut gefüllt, sei sie insgesamt mit der Veranstaltung durchaus zufrieden.

„Es war absolut in Ordnung. Es war ein bisschen leerer als beim vergangenen verkaufsoffenen Sonntag. Aber wäre der Wind nicht ganz so frisch gewesen, wäre es sicherlich noch voller geworden. Wir als Kaufleute können absolut zufrieden sein. Die Veranstaltung war nicht umsonst“, so Relling-Peters. Vor ihrem eigenen Geschäft, Wollywood am Marktplatz, hatte sie ein Kinderschminken durchgeführt. Freiwillige Spenden die dabei gesammelt wurden, sollen in die Weihnachtsbeleuchtung investiert werden. Auch ander Geschäfte führten kleine Aktionen durch, was die Passanten ausdrücklich lobten.

Etwas Kritik gab es am musikalischen Programm auf der Hude. Statt eines Duos zum Halbplayback vom Laptop wäre es für die Gesamtatmosphäre besser gewesen, einzelne Musiker mit Instrumenten oder eine richtige Band zu engagieren, wie es beispielsweise bei Hudefesten üblich sei, bemängelten manche Einkaufenden.

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