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Bargteheide : „Anne Frank“ im Kleinen Theater

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Schauspielerin Lea van Acken und Regisseur Hans Steinbichler besuchten eine Kinovorstellung in Bargteheide.

Höflich, etwas schüchtern wirkend, lächelnd und aufmerksam den Publikumsfragen lauschend, so präsentierte sich Jungschauspielerin Lea van Acken (17) nach der Kinovorführung von „Das Tagebuch der Anne Frank“ im Kleinen Theater Bargteheide. An ihrer Seite Regisseur Hans Steinbichler, der zugleich als ihr größter Fan auftrat. „Sie kam zum Casting und ich wusste sofort, dass sie es ist. Ich habe Universal gar keine anderen Möglichkeiten aufgezeigt. Ich war mir sicher“, erzählt er. Denn van Acken habe damals – mit gerade mal 15 Jahren – eine Tiefe gehabt, die es benötigt, um eine solche Rolle zu spielen. „Sie zeichnet das analytische, einfühlende Denken aus, dass ich auch in Anne Frank sehe“, so Steinbichler.

„Ich hatte gar kein so gutes Gefühl nach dem Casting“, erzählt die heute 17-Jährige. Aber das sei bei ihr immer so. Wer mit ihr spricht, erkennt, was Steinbichler meint. Sie hat eine besondere Aura, wirkt zwar jugendlich, aber zugleich irgendwie alterslos. „Sie ist jung, aber aus meiner Sicht steht sie in einer Reihe von Frauen, die vor ihr lebten und die sich in ihr quasi fortsetzen“, wird Steinbichler leicht metaphysisch und esoterisch. Lea lächelt bei diesen Worten. Es sei erst der zweite Film in ihrer Laufbahn gewesen und natürlich keine leichte Aufgabe. Zu Beginn schrieb sie an Anne Frank Briefe, als würde sie noch leben – „um sie als Freundin zu sehen, um sie besser zu verstehen“, erzählt die jugendliche Hauptdarstellerin.

„Ich bin unheimlich stolz, dass die Beiden heute hier sind“, sagte Bargteheides Kino-Chef Hans-Peter Jansen vor den rund 90 Zuschauern im „Cinema Paradiso“, von denen es viel Lob und Anerkennung, aber auch etwas Kritik zu hören gab. „Ich finde das Ende, das die Schrecken des Konzentrationslagers zeigt, hätte nicht sein müssen. Diese Bilder kennt man zur Genüge“, sagte eine ältere Frau. Dem widersprach Steinbichler. „Sie sagen das, aber viele Jugendliche haben das noch nicht gesehen. Wir müssen diese Bilder zeigen – immer und immer wieder“, so Steinbichler.

„Als wir den Film drehten, wussten wir nicht, wie erschreckend aktuell er sein würde in Sachen Rassismus und Ausgrenzung“, sagt Steinbichler nachdenklich und sein junger Star nickt. „Für mich ist das alles ein großes Geschenk“, so van Acken. „Es war eine intensive Erfahrung und den fertigen Film zu sehen, ist für mich besonders. Ich wusste ja nicht, wie er am Ende aussehen würde“, sagt sie. Sie möchte in Zukunft weiterhin anspruchsvolle Rollen spielen. „Das kann aber auch eine Komödie sein. Ich denke, dass das auch herausfordernd sein kann. Entscheidend ist, dass mich der Charakter interessiert.“ 
 

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erstellt am 08.Mär.2016 | 06:00 Uhr

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