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Stormarner Tageblatt

23. September 2017 | 02:30 Uhr

Bad Oldesloe : Annäherung bei Exer-Nutzung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Debatte um Kunstrasen-Nutzung geht in die nächste Runde. Die Verwaltung soll Bedarfe ermitteln.

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erstellt am 04.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Was war das für ein Theater im vergangenen Monat. Führende VfL-Mitglieder hatten im Sozialausschuss ihr Leid geklagt, dass der Exer-Kunstrasen für den Vereinssport nicht verlässlich nutzbar sei, da der Verein kein Hausrecht habe. Die Sportler blitzten bei den Politiker aber ab, da die öffentliche Nutzung für Jedermann gewollt sei (wir berichteten). Bürgermeister Tassilo von Bary hatte an der Sitzung nicht teilgenommen: „Ich habe im Urlaub den Fehler gemacht, im Internet mal zu gucken, was denn in Oldesloe so los sei.“ Der Shitstorm und der teilweise rüde Ton in den Beiträgen habe ihn überrascht und geärgert. „Die Beschlusslage war doch allen klar“, sagte er: „Ich verstehe die Diskussion nicht. Es klappt doch gut. Weder mir noch meinem Vertreter ist angetragen worden, dass es zu Eskalationen gekommen wäre.“ Selbstverständlich werde es für den Ende Mai geplanten E-Jugend-Cup einen Sondervertrag geben.

VfL-Vorsitzender Detlef Rädisch sah das naturgemäß ganz anders. „Dass man den Platz auf Antrag des VfL baut, wir ihn dann aber nicht nutzen können, so viel Fantasie hatten wir einfach nicht “, räumt er als „Fehler“ ein. Der VfL spiele seit mehr als 100 Jahren auf dem Exer, war 40 Jahre lang Pächter. Rädisch: „Wir gingen davon aus, dass er uns wieder zur Verfügung gestellt wird.“ An verlässlichen Nutzungsrechten hänge die Zukunft des Vereinsfußballs. Andernfalls könne dort nicht trainiert und schon gar keine Punktspiele ausgetragen werden.

Bürgermeister Tassilo von Bary stellte klar: „Ein Pachtvertrag ist an den Forderungen des VfL gescheitert. Es gab da rechtliche Bedenken.“ Der VfL habe sich kategorisch geweigert, einen Kunstrasenplatz zu pachten, der nicht eingezäunt ist. Der stellvertretende Vorsitzende Dieter Thom räumte ein: „Das war ein Fehler, das nehmen wir zurück.“

Für den VfL steht fest, dass Sportmöglichkeiten fehlen. Im Sportgutachten sei schon vor fünf Jahren der Bedarf für vier weitere Plätze attestiert worden. Inzwischen seien die Fußballsparten gewachsen. Deshalb seien die vorhandenen Anlagen „völlig überspielt“, so Rädisch.

Leon Hollatz wies für den Kinder- und Jugendbeirat drauf hin, dass einige Jugendliche kein Problem mit der Vereinsnutzung hätten. Diejenigen, die das störe, seien aber sehr empört über das Verhalten des VfL. Sein Beiratskollege Constantin Rohde erklärte, dass die Nachmittagstrainingszeiten „genau die Zeiten sind, wo auch die Jugendlichen spielen wollen“. Das könnte noch zum Problem werden. Alle Fraktionen waren sich einig, dass die Verwaltung den Nutzungsbedarf für den Exer ermitteln soll. Anschließend soll versucht werden, zwischen VfL und Jugendbeirat eine Kooperation zu vereinbaren.

 

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