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Bargteheide : Anlieger: „300 zusätzliche Fahrzeuge täglich sind zu viel“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

An der Verkehrsanbindung hängt das Schicksal des Born-Projekts in Bargteheide.

Das Born-Projekt: Eine Zufahrt nur von der Lohe aus stößt auf den Protest der Anlieger. Im Ausschuss für Planung und Verkehr der Stadtvertretung meldeten sie sich jetzt zu Wort. 300 zusätzliche Fahrzeuge täglich seien zu viel. Sie verweisen auf zugeparkte Nebenstraßen, die als mögliche Zubringer diskutiert werden und auf den Schulbusverkehr.

Nach dem Verkehrsgutachten könnte die Lohe das verkraften. Im Vergleich mit drei anderen Varianten schneidet sie am besten ab. Alternative wäre eine Anbindung an den Südring, eine Landesstraße.
Und der Landesbetrieb Straßenbau (LBV) hat große Bedenken. Allenfalls eine „Rechts-rein-rechts-raus“ Lösung als Zufahrt zum Südring würde er akzeptieren. Nach den Verkehrsprognosen würde die Mehrzahl der Fahrzeuge aber in Richtung Osten starten, müsste also links abbiegen. Das will der LBV aber verhindern, damit kein Schleichverkehr durchs Wohngebiet entsteht.

Das Problem dabei: Potenzielle Linksabbieger müssten durch die Innenstadt fahren, einen Umweg von 2,9 Kilometern. Oder zuerst zum Wohngebiet An den Fischteichen fahren, dort dreimal links und dann rechts auf den Südring abbiegen, um so die Fahrtrichtung zu wechseln. Ein weiteres Problem wären der Lärm- und Naturschutz. Für eine Zufahrt zum Südring müsste der dortige Grünzug mit Landschaftswall durchbrochen werden. Und durch diese Öffnung wird das gesamte Quartier mit zusätzlichem Lärm belastet.

Etwa 170 Wohneinheiten plant der Investor, das Wohnungsunternehmen Semmelhaack. „Bei einer Zufahrt zum Südring gibt es keine Fördermittel vom Land“, so Projektentwickler Hartmut Thede. Dann könnten auch nur 20 bis 25 Wohnungen weniger gebaut werden als geplant: „Das beeinträchtigt die Wirtschaftlichkeit erheblich.“ Ein Durchgangsverkehr im Gebiet sei nicht zu verantworten. Die SPD werde nur bei einer zweiten Zufahrt zustimmen, so Jürgen Weingärtner. Er brachte als neue Variante eine mittig abgetrennte Erschließung nach Nord und Süd hin ins Gespräch.

Die Mittel für das Projekt seien im Vertrauen auf die Planaufstellung reserviert, es sei bereits eine Verzögerung von neun Monaten entstanden. Auch die Stormarner Wege als Projektpartner haben bereits Fördermittel beantragt.

Im Wohngebiet ist ein gemeinsames, also inklusives Wohnen geplant. Alleinerziehende, Senioren. Menschen mit Behinderung und können hier zusammen wohnen, ein Quartiersmanagement sorgt für soziale Kontakte. Auch die Anwohner der Lohe und ihrer Nebenstraßen begrüßen das Projekt.

Im Gespräch bleibt auch eine Vollkreuzung am Südring, die auch das Linksabbiegen ermöglichte. Über mögliche städtische Zuschüsse für die Erschließung könne diskutiert werden, so Norbert Muras (WfB). Es müssten jetzt weitere Gespräche mit dem Ministerium und dem Landesbetrieb Straßenbau (LBV) geführt werden, um eine Lösung zu finden, sagte Claus Christian Claussen: „Wenn sich die Standpunkte nicht ändern, bleibt nur eine Anbindung über die Lohe möglich.“


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