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Brunsbek : Anerkennung für langjährige Arbeit

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Gebäude der einstige Schankwirtschaft Hugo Schmidt in Papendorf ist jetzt als Denkmal ausgezeichnet worden.

Mit sichtlichem Stolz nahmen Doris und Knud Silligmann die Plakette „Denkmal“ entgegen, die der Landeskonservator Dr. Michael Paarmann überbrachte. Das Ehepaar wohnt seit „30 Jahren auf einer Baustelle“, wie sie schmunzelnd erzählen, denn sie haben 1984 den Resthof der ehemaligen Schankwirtschaft Hugo Schmidt gekauft. „Seitdem wird renoviert und saniert“, sagt Doris Silligmann, aber man sei mit der nötigen Geduld daran gegangen. „Wenn mal schönes Wetter war, blieb alles liegen, und wir sind mit den Kindern an die Ostsee gefahren“, erzählt sie.

Erbaut wurde das imposante Haus in Brunsbek-Papendorf 1904 durch Johann Schmidt. 1935 bekam Hugo Schmidt das Schankrecht. Schon seinerzeit wurde viel um- und angebaut, zum Beispiel ein Küchenvorbau und Bäder. 1964 wurde die Gastwirtschaft geschlossen. Helmut Schmidt übernahm den Hof, modernisierte, bis er 1981 seinen Hof aus der Ortsmitte aussiedelte, das Gelände zu Bauland machte und den Resthof 1984 verkaufte.

Helmut Schmidt und seine Frau Ilse waren ebenfalls zur feierlichen Verleihung der Plakette und der Urkunde gekommen. Interessiert begutachteten sie die alten Baupläne, die der frühere Archivar Oliver Mesch im Wandsbeker Archiv ausgegraben hat und die aktuellen Veränderungen: „Wir mussten früher zur Toilette und ins Badezimmer über den Hof oder durch die lange Diele“, erinnerte sich Ilse Schmidt. Kurios und bis heute ungeklärt: Das Haus wurde seitenverkehrt zu den vorliegenden Plänen gebaut. Warum weiß bis heute niemand.

Die Silligmanns rissen den alten Kuhstall ab, bauten die Heizanlage um, bekamen den Anschluss an den Gemeindebrunnen und die Kanalisation. „Die Mauer um den Garten habe ich eigenhändig gebaut“, berichtet Doris Silligmann: „Im Dorf dachten alle, die würde nie fertig“. Es wurde ein Obst- und Gemüsegarten angelegt, die Fenster und Türen in den ursprünglichen Art erneuert und das Außenmauerwerk saniert. Dafür gab es schon 1998 die Anerkennung als Kulturdenkmal.

Und wo andere einen Schreck bekommen, freuen sich die Silligmanns: „Das ist eine Anerkennung unserer langjährigen Arbeit am dem über 100 Jahre alten Haus", betonen sie. In ihrem Wohnzimmer kann man noch erkennen, wo einst das Bierfass stand, in der Küche steht noch ein alter Holzofen, der auch gelegentlich benutzt wird. Tochter Stephanie Silligmann kam durch das Leben in einem Denkmal sogar auf ihre Berufsidee: Sie ist Steinrestauratorin geworden, lebt mit ihrem Mann im oberen Stockwerk. Ihr Büro hat sie in der ehemaligen Knechtkammer. „Es war damals so beeindruckend, wie das Dach restauriert wurde. Ich hatte gerade die Schule abgeschlossen und begann ein Praktikum beim Restaurator“, berichtet sie.

Dr. Michael Paarmann lobte das Engagement: „Gastwirtschaften haben früher eine wichtige Rolle im Ortsleben gespielt. Leider sind viele Objekte abgerissen worden. Familie Silligmann hat das Haus mit seiner Geschichte angenommen.“ Er brach zudem noch eine Lanze für seine Behörde, die viel unkomplizierter sei als angenommen. Auch Brunsbeks Bürgermeister Olaf Beber freut sich über die Erhaltung des Ortsbildes: „Das Gebäude wurde in seinem Charakter erhalten und viel privates Engagement hineingesteckt.“ Er erinnerte sich an die wohl aufwendige Aktion Ende der 90-er Jahre, die Feuerwehrsirene auf dem Dach zu installieren. Angestoßen wurde dem Namen zu Ehren mit einem „Hugo“. Nun muss nur noch ein diebstahlsicherer Ehrenplatz für die neue Plakette gefunden werden.


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