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St. Johannes Ahrensburg : Andacht wieder vor der Kirchentür

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Trotz des erfolgreichen Kampfs für den Erhalt der Ahrensburger St.-Johannes-Gemeinde müssen die Gemeindemitglieder ihren Gottesdienst unter freiem Himmel abhalten.

Es ist schon eine seltsame Situation. Da kämpft der Ahrensburger Förderverein St. Johannes viele Monate um die Wiedereröffnung der gleichnamigen Ahrensburger Kirche und dann stehen die engagierten Gemeindemitglieder doch mit ihrer Laienandacht am Sonntagmorgen doch wieder vor der Kirchentür.

Denn in den Vertragsverhandlungen mit dem Kirchengmeinderat hatte es – vorsichtig ausgedrückt – Missverständnisse gegeben. Während der Förderverein davon ausging, dass die Laienandachten weiterhin fester Bestandteil des Gemeindelebens an den Sonntagen seien würden, an denen kein regulärer Gottesdienst in St Johannes stattfindet, sieht das die neue Gottesdienstordnung der Ahrensburger Kirchengemeinde ganz anders. Dort lautet die Maßgabe kurz zusammengefasst: Wenn es keinen regulären Gottesdienst gibt, bleibt St. Johannes geschlossen. Laienandachten am Sonntagvormittag? Unerwünscht. „Das hat uns komplett überrascht. Das war wieder Trickserei der Amtskirche. Da hat man schnell was aus dem Hut gezaubert“, so Hans Peter Hansen, Vorsitzender des Fördervereins am Sonntagmorgen.

Mehr als 100 Gläubige waren erneut zur unerwünschten Laienandacht gekommen. Viele von ihnen äußern Unverständnis für die Haltung des Gemeinderats. Denn schließlich der Förderverein bezahle nun die Erhaltung der Kirche, da sollte man auch mitreden dürfen, hieß es unisono.

Doch wie wenig das Engagement gewürdigt werde, habe sich schon beim Wiedereröffnugsgottesdienst an Ostern gezeigt. Der Wunsch des Fördervereins in den Gottesdienst eingebunden zu werden, wurde abgelehnt. „Warum der Propst sich hier als der Retter feiern lassen wollte oder was das sollte, wissen wir auch nicht“, so Tuch. Der Förderverein sei aber nicht auf Provokation oder Eskalation aus. „Daher waren wir immer gesprächs- und diskusionsbereit. Auf der anderen Seite trafen wir aber zumeist nur verfestigte Meinungen vor, die durchgedrückt werden“, so Tuch weiter. „Manche Gemeindemitglieder glauben, dass Gott eine schützende Hand über der Kirche hatte und sie daher wieder offen ist. Wenn überhaupt war es eine höhere Instanz wie der Landesbischof. Es war kein Wunder, es war eher der Umstand, dass man merkte, dass die Kirche generell von den Ahrensburger Kirchenvertretern lächerlich gemacht wurde“, sagt Tuch.

Man sei weiterhin zu Kompromissen bereit, heißt es derweil vom Förderverein. In der Gemeinde seien allerdings verschiedene Strömungen vorhanden. „Viele Menschen, die ihr Leben lang gelernt haben , dass die Kirche Recht hat und die jetzt nicht aktiv an dem Prozess beteiligt waren, sagen jetzt, dass das Ziel mit der Wiedereröffnung erreicht sei. Doch wir haben die Amtskirche anders kennen gelernt – lügend, drohend, einschüchternd“, so Tuch. Eventuell werde man zukünftig aber auf die morgendlichen Andachten verzichten, wenn sich gute gemeinsame Lösungen finden.

Hansen hingegen möchte um ihren Erhalt auch am Sonntagmorgen kämpfen. „Es gibt verschiedene Meinungen, aber keinen internen Streit. Es ist ein ergebnisoffener Prozess, den wir gemeinsam mit der gesamten Gemeinde in Arbeitsgruppen gestalten wollen“, so Hansen. Auch von der bevorstehenden Mediation durch den ehemaligen Bargteheider Bürgermeister Werner Mitsch erhoffe man sich weitere Schritte hin zu einer positiven Zukunft. Niemand wolle den Streit nur noch aus Prinzip fortsetzen. Es gehe nur noch um Lösungen und die werde man finden und erkämpfen.

 

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erstellt am 05.Mai.2014 | 06:00 Uhr

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