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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 09:27 Uhr

Ahrensburg : Amtsantritt im Container

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Sozialpädagoge Matthias Bollmann ist seit dem 1. März der neue Stadtjugendpfleger in Ahrensburg.

shz.de von
erstellt am 08.Mär.2016 | 10:34 Uhr

Nach neun Monaten vakanter Stelle, 20 Bewerbungen und sechs Einladungen zum Gespräch ist es soweit: Der neue Stadtjugendpfleger für Ahrensburg tritt sein Amt an. Nachdem Frank Ropers im vergangenen Jahr in den Ruhestand verabschiedet wurde, übernahm Bernd Meyerink in der Übergangszeit neben seiner Arbeit im Bruno-Bröker-Haus die Vertretung. Seit dem 1. März ist diese Zeit des Übergangs vorbei.

Matthias Bollmann hat sich „bereit erklärt, sich den Anforderungen in Ahrensburg zu stellen“, wie Bürgermeister Michael Sarach mitteilt. Die Entscheidung für Bollmann sei schon im September vergangenen Jahres gefallen. Seit einer Woche darf sich Bollmann offiziell Stadtjugendpfleger Ahrensburgs nennen. Der 43-Jährige bringe Erfahrungen aus drei Bundesländern mit, so Sarach.

Geboren und aufgewachsen ist Bollmann in Marne im Kreis Dithmarschen. Nach einer Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten studierte er in Emden Sozialwesen und schloss sein Studium als Diplom-Sozialpädagoge ab. Lange Zeit war er dann in Hamburg im Landesbetrieb Erziehung und Beratung tätig. Dort arbeitete er unter anderem mit straffälligen Jugendlichen und betrieb im Kinder- und Jugendnotdienst Krisenintervention, von Beratungsgesprächen bis hin zur Inobhutnahme, wenn das Zusammenleben von Eltern und Kindern nicht mehr möglich war.

Krisen sieht der dreifache Vater als positiven Stress. Diese Einstellung wird ihm sicher bei der Tätigkeit als Stadtjugendpfleger zugute kommen. Bollmann sagt, er habe die Stelle angetreten, weil er „nach 15 Jahren Arbeit in der Krisenhilfe etwas kontinuierlicher arbeiten möchte“. Er freut sich auf die Arbeit, bei der er ein Ziel vor Augen hat.

Sarach hat eine hohe Erwartungshaltung gegenüber dem neuen Stadtjugendpfleger: „Wir haben in den vergangenen Jahren, was die Jugendarbeit angeht, uns wirklich gut aufgestellt.“ Er habe großes Vertrauen, dass Bollmann die bisher gute Arbeit erfolgreich weiterführt und neue Impulse mitbringt: „Die Chemie ist gut.“

Zu den Aufgaben des Stadtjugendpflegers gehört die Dienst- und Fachaufsicht bei den Ahrensburger Jugendzentren wie dem Blockhaus. Auch die Schulsozialarbeit und die inhaltliche Ausgestaltung der offenen Ganztagsschule fallen in sein Gebiet. Die bisher wenig ausgebildete offene Ganztagsschule dürfte sich bald aufgrund der großen Nachfrage nach nachschulischer Betreuung weiterentwickeln, wie Thomas Reich, Leiter des Fachbereichs Sicherheit, Schule, Soziales, vermutet.

Bollmann möchte als Stadtjugendpfleger die jungen und teilweise unbegleiteten Flüchtlinge in Ahrensburg integrieren. Auch ist es sein Ziel, Jugendliche an Projekten im Freizeit-, Sport- und Politikbereich zu beteiligen. Er könne sich auch vorstellen, mit Umfragen die Wünsche der Ahrensburger Jugend zu ermitteln. Projekte wie „Jugend im Rathaus“ und die „Stormarner Kindertage“, deren Schwerpunktort im September Ahrensburg sein wird, sollen auch unter dem neuen Stadtjugendpfleger weitergeführt werden.

Da Bollmann erst seit einer Woche im Amt ist und die Schlossstadt nicht kennt, steht erst einmal eine Erkundungsphase an: „Ich muss mir einen Überblick verschaffen.“ Die Mitarbeiter habe er schon kennengelernt, so Bollmann. Nun habe er vor, sich alle Ahrensburger Einrichtungen und Vereine anzuschauen. In Gesprächen möchte er „Kindern und Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen“ und sich ihre Wünsche anhören. Seine Tür stehe offen. Im Moment befindet sich das Büro von Matthias Bollmann wegen Sanierungen übergangsweise in einem weißen Container auf der Wiese zwischen Rathaus und Peter-Rantzau-Haus.

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