Ammersbek zieht die Notbremse

Bürgermeister Horst Ansén.
Bürgermeister Horst Ansén.

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12. Dezember 2009, 10:43 Uhr

ammersbek | Knapp 930 000 Euro Miese im Ergebnishaushalt und 412 000 im Finanzhaushalt: Die Zahlen im Ammersbeker Etat für 2010 sehen trotz Streichliste und mehr Einkommensteuer als erwartet nicht gut aus. Auf Antrag der SPD und mit den Stimmen der Grünen zog die Gemeindevertretung die Notbremse und kürzte die Zuschüsse für Vereine und Verbände um 50 Prozent.

In der Summe macht das gerade mal 20 000 Euro, "keine Summe, mit der man den Haushalt saniert", räumt Bürgermeister Horst Ansén ein, aber ein notwendiges Umsteuern angesichts der Tatsache, dass Ammersbek kaum noch die Kernaufgaben erfüllen kann. Dazu gehört auch der Brandschutz. "Wir sparen nicht an der Ausstattung der Feuerwehren. Es geht um den Zuschuss für die Kameradschaftskasse", so Ansén . Da sich die finanzielle Situation kaum bessern dürfte, werden die Zuschüsse 2011 wohl auf null gefahren. Bei Vereinen und Verbänden stießen die Kürzungen schon in der Sitzung auf Kritik. "Gute Jugendarbeit ist nicht zum Nulltarif zu haben", sagt Roman Peter, Jugendwart des Hoisbütteler Feuerwehr-Nachwuchses, die wie andere Institutionen auch eine "äußerst erfolgreiche Jugendarbeit in der Gemeinde" betreibe, die Garant für ein gesundes Sozialleben sei.

Man wisse zwar, dass eine Kommune nicht über längere Zeit mehr Geld ausgeben könne, als ihr zur Verfügung steht, die Feuerwehr und Vereine sehen den Beschluss aber als Sparen am falschen Ende. Roman Peter: "Mangelnde Jugendarbeit führt zu sozialen Brennpunkten mit kostenintensiven Folgen." Zudem fühlt man sich von Politik und Verwaltung nicht ernst genommen. "Mit der Jugendwehr hat bis heute weder ein Gemeindevertreter noch der Bürgermeister das Gespräch gesucht."

Die Gefahr, dass unter diesen Bedingungen immer weniger Menschen zu ehrenamtlicher Mitarbeit bereit sind, sieht auch der Bürgermeister, an der Notwendigkeit des Sparens lässt Ansén aber keinen Zweifel: "Wir müssen darüber nachdenken, wie wir das Ehrenamt trotzdem stärken, zum Beispiel durch Spenden."

Das Defizit gab es schon in den Vorjahren. In nackten Zahlen wurde es aber erst jetzt durch den doppischen Haushalt ausgewiesen.

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