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Bad Oldesloe : Am zweiten Arbeitstag um Geld kämpfen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Für die grade eingestellte KuB-Managerin Inken Kautter gibt es keine Schonfrist. Im Sozialausschuss musste sich sich sofort für ihren Etat stark machen.

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erstellt am 04.Sep.2015 | 06:00 Uhr

Von wegen ruhig da sitzen und nur zuhören. Im Sozialausschuss stellte sich die Managerin des Kultur- und Bildungszentrums, Inken Kautter, kurz vor. „Es ist großartig … ich freue mich auf die Zusammenarbeit … es ist noch viel zu tun …“, was man halt so am Beginn eines Arbeitsverhältnisses sagt. Doch dabei blieb es nicht. Zweiter Arbeitstag hin oder her – als es in den Haushaltsberatungen um „ihren“ Etat für das kommende Jahr ging, musste sie sich doch schon mal zu Wort melden.

Laut Plan will sich die Stadt Veranstaltungen im kommenden Jahr einiges kosten lassen: 16  000 Euro für vier verkaufsoffene Sonntage, 6  000 Euro für ein Seifenkistenrennen auf dem Travering, 10  000 Euro für das Stadtfest, Kino Open-Air, Adventsmarkt und Weinfest. Das läppert sich auf fast 80  000 Euro. Der Hauptausschuss hatte im Juli beschlossen, dass zu den Haushaltsberatungen eine Konzeption des Veranstaltungsmanagements vorgelegt werden soll. „Wir wollten keine Aufzählung, sondern eine Konzeption“, beschwerte sich Hajo Krage (SPD). „Das sind sehr allgemeine Formulierungen, kein Konzept“, stimmte ihm Dagmar Danke-Bayer (Grüne) zu. Der Posten stand kurz vor der Ablehnung, da schaltete sich Inken Kautter in die Debatte ein: „Mit dem KuB wird sich eine ganze Menge an der kulturellen Ausrichtung der Stadt ändern.“ Sie bot an, dass Papier kurzfristig zu überarbeiten. Für ein vernünftiges Konzept, das auch das Kultur- und Bildungszentrum einbeziehe, brauche sie aber etwas Zeit.

Dagmar Danke-Bayer brachte es auf die Formel: „Wir machen also erst mal so weiter wie bisher.“ Da sich die SPD schwertat, den Betrag „durchzuwinken, wenn nicht mal die Veranstalter wissen, was sie wollen“, wurde das Konto mit einem Sperrvermerk versehen. Hauptamtsleiter Malte Schaarmann versprach „Butter bei die Fische zu geben.“

An anderer Stelle der Haushaltsberatung musste Inken Kautter dann noch mal energisch werden. 100  000 Euro sind für das KuB als Etat vorgesehen. Eine Summe, die einfach mal so festgelegt worden war. Die CDU mochte das Geld ohne jedes Konzept nicht bewilligen. Deshalb forderten die Christdemokraten 50  000 Euro mit einem Sperrvermerk versehen. Da sah die Kub–Chefin ihren Etat wohl schon dahinschmelzen. „Wer sich so ein Haus hinstellt, muss das auch wollen“, redete sie den Politikern ins Gewissen. Ein Gastspiel koste zwischen 4000 und 8000 Euro. „Das reduziert das Haus auf ein Haus. Damit haben Sie keine Kultur in dem Haus“, warnte sie vor einer Kürzung: „100  000 Euro sind nicht viel, andere Städte liegen bei weitem darüber.“

Kürzen will vorerst niemand, aber der Sperrvermerk wurde beschlossen. Lediglich Annelie Strehl (FBO) stimmte gegen den Haushalt: „Da werden noch große Streichungen kommen müssen. Wir haben große Sorge, dass der Haushalt zusammenbricht.“

 

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