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Nach mehreren Anläufen : Altenheime sind verkauft

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Kreistag stimmt endgültig der Veräußerung der Häuser in Ahrensburg und Reinfeld zu.

Nach mehreren gescheiterten Anläufen für einen Verkauf der Asklepios-Alten- und Pflegeheime in Ahrensburg und Reinfeld hat der Kreistag gestern die Verträgen mit den WOB Immobilien GmbH abgesegnet. Bereits am Mittwochabend hatte der Hauptausschuss in nicht-öffentlicher Abstimmung mehrheitlich für den Verkauf der Häuser votiert.

Mitte November hatte es so ausgesehen, dass auch dieser Verkaufsversuch wieder scheitern würde. Im Finanzausschuss gab es keine Mehrheit. Danach hat es aber noch einige Änderungen in dem umfangreichen Vertragswerk gegeben. „Wir haben ganz viel daran gearbeitet“, sagt Landrat Klaus Plöger. „Vorher ging das gar nicht“, sagt Stefan Kehl, von den Grünen, die den Verkauf zwar nicht gutheißen, aber auch nicht dagegen stimmen.

Enthaltung ist auch die Empfehlung der SPD-Fraktion. „Wir werden es nicht blockieren“, hatte Fraktionsvorsitzender Reinhard Mendel angekündigt. Der Jurist mit dem Schwerpunkt Arbeitsrecht hatte im vergangenen Jahr kurz vor Toresschluss Bedenken gegen den Verkauf der Heime geäußert. Weil der damalige Investor nicht auch noch eine explizite Erklärung abgeben wollte, sich an den Personal-Überleitungsvertrag zu halten, war der Verkauf in letzter Minute gescheitert.

Auch dieses Mal bereitete dieser Punkt die größten Probleme. 2001, beim Verkauf des Krankenhauses in Bad Oldesloe und der Pflegeheime in Ahrensburg und Reinfeld an Asklepios, hatte der Kreis die Regelung ausgehandelt, dass für die damaligen Kreismitarbeiter bis 2021 die Bedingungen für öffentliche Arbeitgeber gelten.

Asklepios hatte die Regelung schon vor Jahren aushebeln wollen, war damit aber vor Gericht gescheitert. Um den Verkauf der beiden Heime bemüht sich der Krankenhaus-Konzern seit längerem. Gebäude, Technik und Ausstattung sind veraltet, und investieren werde man nicht mehr, hatte Asklepios-Sprecher Mathias Eberenz deutlich gemacht. „Es muss dort dringend was passieren“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Karl-Reinhold Wurch. Die WOB Immobilien GmbH aus Grünwald ist „der vierte oder fünfte Investor und wird wohl auch der letzte gewesen sein, wenn wir wieder ablehnen“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Joachim Wagner. 100-prozentige Sicherheit könne kein Vertrag gewährleisten betonen beide. Wagner: „Aus meiner Sicht ist das eine Win-Win-Situation für alle. Man kann nicht jedes Haar in der Suppe ausschließen.“

Für die WOB ist Stormarn der Einstieg für Projekte im Norden. Mit Ausnahme Berlins waren die Grünwalder in der oberen Hälfte Deutschlands bislang nicht aktiv. Die Firma tritt selbst nur als Investor und Entwickler auf. Die seniorengerechten Wohnungen in Ahrensburg und Reinfeld sollen dann an Privatleute verkauft werden, die neu gebauten Pflegeheime werden langfristig an gemeinnützige oder private Betreiber verpachtet.

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erstellt am 11.Dez.2015 | 17:42 Uhr

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