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Stormarner Tageblatt

21. Oktober 2017 | 22:17 Uhr

Bad Oldesloe : Alte Muchelbude am Kurpark

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die alte Wehrmachtsbaracke der DLRG am Kurpark kann nicht mehr instand gehalten werden. Die Vereinsarbeit leidet unter dem schlechten Zustand des Heims.

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erstellt am 07.Dez.2016 | 06:00 Uhr

Das Vereinsheim stinkt zum Himmel. „Oh ha, ja, riecht gut“, musste Hartmut Jokisch (Grüne) ironisch einräumen. Die Mitglieder des Bauausschusses machten sich ein Bild von der Situation in der alten DLRG-Baracke am Kurpark.

„Wir machen seit einem Jahr hier fast gar nichts mehr“, erklärte Vorsitzender Dominic Geerken den Politikern. Vorstandssitzungen müssten bei den Mitgliedern stattfinden, Für Aktionen mit Kindern wie beispielsweise weihnachtliches Kekse-Backen würde externe Räume angemietet. Da das mit Kosten verbunden sei, könne es auf Dauer keine Lösung sein. „Früher haben wir uns immer hier getroffen“, blickt der DLRG-Chef zurück. Da sei das Gebäude eine Anlaufstelle, ein regelmäßiger Treffpunkt für die Jugendlichen im Verein gewesen. Da war noch jeden Freitag Leben in der Bude.

Heute muchelt es nur noch. Feuchtigkeit von unten und von oben, undichte Fenster – an einigen Stellen bahnt sich das Wasser seinen Weg nach innen. Eigentlich möchte man gar nicht wissen, wie es wohl in den Wänden aussieht. In den Räume gelagerte Einsatzkleidung müsse jedes Mal gewaschen werden, bevor sie getragen werden können. Neben dem Geruch ist es kalt und klamm. „Von unserem Etat können wir es uns gar nicht leisten, hier ordentlich zu heizen“, verdeutlicht Geerken. Alte Gasöfen halten die Räume frostfrei, damit die Leitungen nicht einfrieren. „Dach und Fenster sind eine Katastrophe“, bestätigt Bauamtsleiter Thilo Scheuber: „Wir haben die Bauunterhaltung seit Jahren eingestellt.“ Es lohne schlicht nicht mehr, in die Bude zu investieren.

Schon lange bemüht sich die DLRG um eine alternative Bleibe. Hat auch die Stadtverwaltung eingeschaltet und um Hilfe gebeten. „Der Dialog ist nicht so, wie man sich das als Verein wünscht“, sagt Dominic Geerken: „Mails sind nicht so angenommen worden, wie sie gemeint waren. Da konnte Thilo Scheuber nur mit den Schultern zucken. „Wir sind bemüht, eine Lösung zu finden“, erklärte er. Da die Stadt aber keine eigenen Angebote machen könne, kämen nur Angebote von Privatleuten in Frage. Die hätten bislang aus unterschiedlichsten Gründen nicht gepasst.

Der Bedeutung einer Vereinsunterkunft ist man sich in der Verwaltung durchaus bewusst. „Es geht ja nicht nur darum, Material zu lagern, sondern auch um Identifikation.“

Im Sommer sind viele Mitglieder am Poggensee im Einsatz. Deshalb mache es Sinn, dort Material zu lagern. Aber sonderlich sicher sei die Vereinbarung mit den Stadtwerken nicht. Zwei mal wöchentlich werde im Travebad trainiert. „Wir träumen von Räumen im alten Kurbad“, erläuterte Geerken den Politikern: „Nach dem Training noch eine Stunde zusammen sitzen ... “ Platz sei in dem Gebäude genug. Mit Leichtbauwänden könnten Räume abgetrennt werden – auch für andere Vereine.

Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) sieht die Stadt in der Pflicht. „Für junge Menschen haben wir nur das Inihaus, was ja politisch ist. Für die anderen haben wir keinen Platz.“ Auf seiner nächsten Sitzung am 11. Januar wird sich der Sozialausschuss mit der Thematik befassen, denn bereits im Frühjahr hatten die Bauausschussmitglieder ihren Kollegen im Sozialausschuss einstimmig eine Prüfung empfohlen, ob nicht zumindest das Erdgeschoss des ehemaligen Kurbads mit geringem Aufwand für Vereine nutzbar gemacht werden könne.

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