Stormarner Wochenschau : Als Scherz war das alles nicht gedacht

 Karikatur: Wiedenroth
Karikatur: Wiedenroth

Ziehen eigentlich noch alle an einem Strang? Beim Treideln ist das hilfreich, aber auch bei der Kulturförderung und Parkplatzgebühren.

Andreas Olbertz. von
02. Mai 2015, 16:00 Uhr

Zugkraft

Im November gab es vom altStadt-Verein eine klare Ansage: Treidler- und Hafenfest hat sich erledigt, aber wir werden etwas rund ums Treideln organisieren. Das klingt doch nach einer ziemlich definitiven Ansage. Im Juni sollte es so weit sein. Juni? Das ist ja nächsten Monat! Müsste da nicht eigentlich längst etwas Greifbares vorbereitet sein? Es sieht nicht danach aus – das ist schon etwas seltsam.

In der Vergangenheit hatten Stadt und altStadt sich immer für die gute Zusammenarbeit gelobt. Das funktioniere alles sooo reibungslos und auf dem kurzen Dienstweg. Aktuell ist davon keine Rede mehr, sondern nur noch von „nicht wahrgenommenen Optionen“. Hallo?! Mit gutem Willen muss sich das doch in einer Stadt wie Oldesloe einvernehmlich regeln lassen, das kann man doch im Gespräch klären und eine Lösung finden. Aber irgendwie war das wohl doch nicht möglich. Schade.

Zuschussgeschäft

Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. Das kann morgen sein, übermorgen, später. Ähnlich verhält es sich mit dem Kulturring Bargteheide. Die Kunst- und Kulturschmiede dümpelt finanziell vor sich hin. Jedes Jahr aufs Neue ist das hochkarätige Unterhaltungsprogramm ein Drahtseilakt mit unbekanntem Ausgang. Okay, bislang hat’s immer geklappt, aber das muss nicht so bleiben. Kann es das überhaupt? Mitgliederschwund und stetig steigende Kosten machen dem Verein einen kräftigen Strich durch die Rechnung. Alles wird teurer, aber der städtische Zuschuss bleibt gleich. Er beträgt seit einigen Jahren 19  000 Euro plus einer Verlustausgleich-Regelung bis maximal 4000 Euro. Damit sei, so Vorsitzender Manfred Kutsche, immer weniger Staat zu machen. Andere Spielstätten würden viel stärker subventioniert. Wenn dem so ist, fragt man sich, warum der wahrlich nicht armen Stadt das Theaterleben nicht mehr wert ist. Oft weiß man erst, was man hatte, wenn man es nicht mehr hat. Kutsche wird nicht müde, auf Erhöhung des Zuschusses zu pochen. 25  000 Euro wären schön. Schön wäre es, wenn die Stadt für finanzielle Sicherheit sorgen und damit auch die exzellente Arbeit des Kulturrings würdigen würde. Wobei dieses anspruchsvolle ehrenamtliche Wirken mit Geld kaum zu bezahlen ist …

Seltsam

Seit Jahren weiß man in Ahrensburg, dass das Parkhaus Alter Lokschuppen saniert werden muss. Wieso schafft die Stad es nicht, Ersatzparkplätze bereitzustellen? Die Begründung von Bürgermeister Michael Sarach, dass keine Versicherung bereit wäre, mögliche Schäden zu übernehmen, klingt wenig überzeugend. Wenn das stimmen würde, gäbe es auch keine Großveranstaltungen mit tausenden parkenden Autos auf Wiesen. Die Politik ist allerdings keinen Deut besser. Erst kommt nichts, dann melden CDU und WAB noch Beratungsbedarf zu der Frage an, ob für die Bauzeit die Gebühren auf der Alten Reitbahn ausgesetzt werden sollen. Die Sitzung war am 1. April, aber als Scherz war das nicht gedacht. Nun – die Arbeiten im Parkhaus haben längst begonnen – mussten die Stadtverordneten ran. Verständlich, dass CDU-Fraktionsvorsitzender Tobias Koch sauer auf den Bürgermeister ist. Dass die SPD darauf mit dem Vorwurf „Wahlkampf“ reagieren würde, dürfte Koch ja wohl klar gewesen sein. Nur: Wieso sagt er dann, dass die CDU für Gebührenbefreiung gestimmt hätte, wenn die SPD nicht „Wahlkampf“ gerufen hätte? Wenn die CDU es schafft, den Ahrensburgern zu erklären, dass für die Parkgebühren die verantwortlich sein sollen, die dagegen gestimmt haben, dann gewinnen sie auch die Bürgermeisterwahl.
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