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Schloss Tremsbüttel : Als die Pilzköpfe im Schloss weilten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zeitzeuginnen erinnern sich an den Besuch der Beatles im Schloss Tremsbüttel vor genau 50 Jahren.

Vor genau 50 Jahren weilten die Beatles für zwei Nächte auf dem Schloss Tremsbüttel. Zusammen mit dem Beatles-Verein aus Hannover und einigen Zeitzeugen wurde nun an diesen besonderen Moment gedacht.

„Wir haben uns mit den Informationen dezent zurückgehalten, um auf diesen Tag der 50-Jahre-Feier hinzuarbeiten“, erklärt Frank Sobotke, Management Schloss Tremsbüttel. Lange habe es an Material gefehlt. Seit dem Aufenthalt der berühmten Pilzköpfe wechselte das Schloss mehrfach seinen Besitzer bis es 1996 schließlich von der Hamburger Familie Strathmann übernommen wurde. Alte Gästebücher gebe es nicht, wenige Fotos und Filmausschnitte der Wochenschau tauchten erst bei den Recherchen auf. Geblieben sind allerdings die Erinnerungen einiger Zeitzeugen, die sich nach 50-Jahren wieder auf dem Schloss einfanden, um über ihre Erlebnisse zu berichten und bei alten Beatles-Liedern und typisch englischem Lemon-Pie an die alten Zeiten zu denken.

Margret Seemann war damals 17 Jahre alt und kannte die Jungs natürlich aus der Bravo: „Die Polizei hatte alles abgesperrt. Dadurch mussten wir vor der Schlossmauer stehen und lange warten.“ Die Beatles wurden mit einer Limousine vom Bahnhof in Ahrensburg abgeholt und zum Schloss gebracht. Bei ihrer Ankunft sei dann alles sehr schnell gegangen. Grußlos stürmten sie an den wartenden Menschen vorbei und kamen nur für etwa 45 Sekunden auf den Balkon zum Winken. Dann waren sie in ihrer Präsidenten-Suite verschwunden. Nach zwei Kurzkonzerten in Hamburg ging es am nächsten Tag abermals auf das Schloss, nun aber in geheimer Mission.

Überraschend meldete sich Angelika Dreckmann-Hilcken am Tag der Feier. Sie war damals für die Beförderung der Pop-Gruppe zuständig: „Die Beatles wurden mit dem Auto an die alte Abfahrt der B  404 in Tremsbüttel gebracht, wo wir an der Hindenburgtanne mit unserer Kutsche standen – natürlich völlig im Dunkeln, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Wir hatten unser altes Diplomaten Coupé dabei, das danach noch oft für Hochzeiten genutzt wurde und hatten richtig Angst, dass die Fans etwas mitbekommen könnten.“ Die Sorge war jedoch völlig unbegründet, die Aufregung hielt sich in Grenzen. „Up’n Dörp“ sei man einfach entspannter gewesen.

An einen kleinen Vorfall kann sich Maria-Theresia Hennig dennoch erinnern: „Ich war auf dem Schloss, um die Wasseruhren abzulesen, da packte mich auf einmal ein Polizist am Schlafittchen und wollte mich hinauswerfen. Er hatte mich mit den Fans verwechselt.“ So unspektakulär wie der Besuch ausgefallen sein mag, ist er auch heute noch bei allen präsent – als kleine Abwechslung im Alltag des Dorfes.


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