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Theater und Zweibelkuchen : „Alln’s Goethe oder wat ...?“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Plattdeutscher Theaterverein Jersbek probt eifrig für die Premiere am Sonnabend, 19. Oktober. Mit der aktuellen Inszenierung wird Kommunalpolitik aufs Korn genommen.

In die Niederungen dörflicher Politik führt das neue Stück des Plattdeutschen Theatervereins Jersbek. „Alln’s Goethe oder wat…?“ führt mit viel Humor durch die gegensätzlichen Interessen in einer Gemeinde, die aus dem Namen des Geheimrats Kapital schlagen möchte. „Das Stück ist noch recht neu, mit vielen aktuellen Anspielungen“, sagt Regisseur Horst Becker. Premiere ist am Sonnabend, 19. Oktober, im Jersbeker Gemeindezentrum.

Zunächst geht es um eine heruntergekommene Kneipe, die Bürgermeister Richard Schnösel am liebsten abreißen würde. Auf diesem Schandfleck sollte nach seiner Ansicht ein Parkplatz fürs neue Rathaus angelegt werden. Schnösel setzt den Wirt unter Druck, doch der weigert sich standhaft, zu verkaufen. Da wird auf dem Dachboden des Gemäuers eine Kiste mit alten Papieren entdeckt. Der obdachlose Willi, einst Gymnasiallehrer, glaubt darin die Handschrift Goethes zu erkennen.

Da wittert der Bürgermeister seine Chance, Kleinstrohbach als „Goethe-Gemeinde“ zu vermarkten. Er träumt schon vom Titel „Kulturhauptstadt Europas“. Aber es gibt Widersacher in der Kommunalpolitik. Namentlich die überhebliche Gemeinderätin Klara Schnalzer wird zur Gegenspielerin. Am Ende platzen alle Träume. Der alte Gasthof wird so nicht zum „Goethe-Haus“, aber er erhält eine Verjüngungskur. Bis dahin haben die acht Akteure viel Gelegenheit, ihr Temperament mit Wortwitz auszuleben. „Hinter den Kulissen arbeiten noch sechs weitere Helfer“, sagt Becker. Die haben in den beiden Pausen deshalb viel zu tun. Denn der Regisseur hat auch insgesamt drei Kulissen gebaut, diese verschiedenen Bühnenbilder präsentieren die Jersbeker Theaterfans jetzt ihrem Publikum.

Der Schwank wurde von drei Autoren ins Plattdeutsche übersetzt. „Das hat uns Probleme bereitet, weil jeder von ihnen unterschiedliches Platt geschrieben hat“, sagt Becker. Die Jersbeker Theaterspieler haben deshalb eine einheitliche Sprachfassung erarbeitet.

Becker hat diesmal auch eine Rolle übernommen. Er spielt den Gemeinderat Florian Brenner, der die Pläne des Bürgermeisters unterstützt. Was wäre ein Schwank ohne Liebesgeschichte? Diesmal sind die Rollen aber vertauscht. „Bisher hat Thimo Scheel bei uns den jugendlichen Liebhaber gegeben, diesmal spielt eine Frau diese Rolle“, sagt Becker.

Der rührige Theaterverein feiert im kommenden Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Auch das sei ein Grund gewesen, sich für dieses schwierige Stück zu entscheiden. „Dazu gehört allerhand Mut“, sagt Becker. Entsprechend intensiv ist die Probenarbeit. Er ist froh, dass dafür die Stammbesetzung des Theatervereins zusammengekommen ist.

Termine und Vorverkauf: Vorstellungen sind Sonnabend, 19. Oktober und am darauf folgenden Sonntag. Auch am Wochenende 26. und 27. Oktober wird das Stück im Jersbeker Gemeindezentrum aufgeführt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.

Karten können telefonisch vorbestellt werden, Ansprechpartnerinnen dafür sind Margret Becker, Telefon (04532) 1065 und Helga Tamkus (04532) 8635. Die Karten kosten neun Euro.

Wie es Brauch in Jersbek ist, wird das Stück im Rahmen eines „Weinfests mit Zwiebelkuchen“ präsentiert.

 

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erstellt am 11.Okt.2013 | 18:15 Uhr

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