Brücke, Geld und Speisen : Alles wieder auf Anfang?

Wiedenroth
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Warum Läufer gehen müssen, Geld ein Lockmittel ist und in den 50ern nicht alles schlecht war.

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29. Dezember 2012, 09:21 Uhr

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, dachten sich am Ende Politik und Verwaltung in Ahrensburg und machten den Weg frei für den Lümmellauf. Der führt traditionell über die Moorwanderbrücke, und die ist marode. Schon in den vergangenen Jahren war das Laufen auf den Holzplanken verboten. Weil die Schwimmbrücke nicht besser geworden ist, war der Umweltausschuss dem Rathaus-Vorschlag gefolgt, die vermutlich 1000 Läufer nicht über die Brücke zu lassen. Weil der Beschluss viel zu spät kam, um eine brückenlose Alternativroute zu planen, drohte der Lümmellauf auszufallen. Ganz schlecht für das Image, und nun gibt’s doch noch eine Ausnahmegenehmigung. Einzeln und im Fußgängertempo sollen die Lümmelläufer über die Brücke schleichen. Auf Wachposten, die ebenfalls vorgeschlagen wurden, wird man aber verzichten. Was im nächsten Jahr aus der Brücke wird, steht in den Sternen. Nur notwendige Reparaturen sollen gemacht werden. Zu einer Sanierung, geschätzte 400.000 Euro teuer, konnten sich die Stadtverordneten nicht durchringen. Wenn die Läufer erst mal vom Moor verschlungen werden, wie es sich unser Karikaturist Götz Wiedenroth ausmalt, könnte sich die Meinung ja ändern. Ein Lümmel, der dabei Böses denkt.

Begehrlichkeiten Gefühlt eine halbe Ewigkeit hat Bad Oldesloe auf den Kieler Geldsegen für das Kultur- und Bildungszentrum gewartet. Dass der Bescheid über 3,3 Millionen Euro dann noch zwischen Weihnachten und Neujahr bei der Stadt ankam, überraschte sogar den Bürgermeister. VHS, Musikschule, Jugendamt, die Vereine Oldesloer Bühne und Klangstadt werden ins KuB ziehen. Die meisten von denen, die ihre Aktivitäten in das ehemalige Amtsgericht verlagern wollten, hatten sich längst frustriert aus der Planungsgruppe zurückgezogen. Mal sehen, ob sie jetzt wieder Ansprüche anmelden. Vor einen Baubeginn haben Kommunal-Götter ohnehin weitere Beschlüsse der Stadtverordneten gesetzt. Schließlich muss Bad Oldesloe selbst auch noch mal geschätzte 3,3 Millionen Euro aufbringen. Aber eine Stadt, die bei Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer von 27 Millionen Euro noch die Grundsteuer erhöht, dürfte das wohl wuppen können.

In Reinfeld verschwindet ein Traditionsrestaurant. Michael Witt schließt die Milchbar, die sein Vater einst eröffnet hatte und die bis heute den Charme der 50er Jahre ausstrahlte - im positiven Sinne. Hausgemachtes Eis soll es draußen am Pavillon weiterhin geben, und den Kinosaal wird Martin Huss auch mit Comedy oder Konzerten füllen. So jedenfalls die Ankündigung. Die Erfahrung lehrt allerdings, dass der Wandel das einzig Beständige ist. Es könnte genauso der Anfang vom Ende sein.

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