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Alles klar für 2016: Zum Glück gibt es ja den Schornsteinfeger!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Schornsteinfeger Otto Markwart hat den Spruch zum Jahreswechsel: „Es soll jeder so viel Glück haben, wie er selbst halten kann.“

shz.de von
erstellt am 30.Dez.2015 | 10:08 Uhr

Otto Markwart hat den schönsten Beruf der Welt – so empfindet es zumindest der Reinfelder Schornsteinfegermeister. Schließlich gebe es nur einen einzigen Beruf, bei dessen personifiziertem Anblick sich jeder freue, schmunzelt er. Der Schornsteinfeger fungiert nämlich seit vielen Jahrhunderten als Glücksbringer und wird besonders zum neuen Jahr gern in den Bäckereien als Marzipanfigürchen oder in den Blumenläden als kleines Männchen mit Glücksschwein auf dem traditionellen Glücksklee verkauft.

Ob Schornsteinfeger, Schwein oder Hufeisen – wer seinem Glück im neuen Jahr auf die Sprünge helfen will, greift gern zu Symbolen und wird ganz plötzlich doch ein ganz klein wenig abergläubisch – schaden kann es ja nicht. Markwart hat Humor und nimmt gern Glücksschweinchen „Jolande“ von Hof Bohnsack in Steinhorst auf den Arm, damit das Glück gleich doppelt hält.

„Zum Glück gibt es den Schornsteinfeger!“ Mit diesem Spruch wirbt das Handwerk in ganz Deutschland. Und das nicht ohne Grund. Im Mittelalter kam es oft vor, dass ganze Häuserzeilen aufgrund von verstopften und verrußten Kaminen und Öfen abbrannten. Die Öfen verstopften, weil sie nicht gereinigt wurden, kein Essen konnte mehr gekocht werden. Damals entstand der Beruf des „Kaminkehrers“. Er brachte wieder Glück ins Haus, sorgte für mehr Sicherheit und Brandschutz und ein warmes Zuhause. Früher stand der Mann in Schwarz im neuen Jahr meist als Erster vor der Haustür, um Neujahrswünsche und die Jahresrechnung zu überbringen. Markwart: „Deshalb glauben die Menschen bis heute, dass die Begegnung mit dem Schornsteinfeger Glück bringt – vor allem, wenn sie an seinen glänzenden Knöpfen drehen oder ihn berühren können.“

Heute hat sich das Aufgabenfeld sehr gewandelt. Haupttätigkeit sei das Messen und der Umweltschutz. Kamine würden heute meist zwei Mal jährlich, früher fünf Mal im Jahr gekehrt. Doch der Trend zum Kaminofen sei vor allem in Norddeutschland wieder im Kommen.

Geblieben ist das traditionelle Outfit, das sich kaum von dem des Kaminkehrers in den 50er Jahren unterscheidet: Großer Zylinder, schwarze Tracht, goldene Knöpfe, Kehrkugel, Schultereisen und Kehrbesen. Wenn letzterer auch nicht mehr aus Rattan besteht. Genauso sieht auch der Schornsteinfeger im „Museum für vergessene Arbeit“ in Steinhorst aus, den Markwart über seinen Berufskollegen Wolfgang Benthin aus Ahrensburg organisierte. Die Schaufensterpuppe stammt wohl aus den 50er Jahren, die Montur benutzte Schornsteinfegermeister Benthin beruflich. Da es im Anzug nur wenig Taschen gab und diese auch schnell voll Ruß waren, war sein Zylinder der ideale Aufbewahrungsort für das Frühstück. Otto Markwart gefällt es, dass er ein echter Glücksbringer ist und gibt den Lesern des Stormarner Tageblatts gern noch einen Spruch für 2016 mit auf den Weg: „Es soll jeder so viel Glück haben, wie er selbst halten kann.“

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