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Stormarner Tageblatt

23. August 2017 | 18:30 Uhr

Trittau : Alles eine Kostenfrage

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Benötigt Trittau eine neue Organisationsform für erfolgreiches Marketing? Ein Diskussionsforum zeigt die Probleme auf.

Braucht Trittau ein Stadtmarketing oder City Management? Dieser Frage näherten sich im vergrößerten Diskussionsforum Mitglieder der Gewerbegemeinschaft Trittau (GGT), Vertreter der Politik und Verwaltung sowie interessierte Bürger am Mittwochabend.

Es gab zahlreiche Vorgespräche zwischen der GGT-Vorsitzenden Angelika Voss und Bürgermeister Oliver Mesch, in denen klar zum Ausdruck kam: Die GGT kann die Organisation von Messen, verkaufsoffenen Sonntagen, Märkten und anderen Veranstaltungen wie Candlelight-Shopping nicht länger ehrenamtlich neben der eigentlichen Berufstätigkeit organisieren. Daher die Idee Citymananger. Doch wer soll den bezahlen?

Wie läuft es woanders? Das war somit die erste Frage, die Bernd Horst von der Industrie- und Handelskammer (IHK), zuständiger Referent für Standortpolitik und Monika Siegel, Stadtmanagerin von Mölln, zu beantworten versuchten. Horst betreut 64 Gewerbevereine, riet zu einer Vollzeitstelle, direkt dem Bürgermeister untergeordnet, und zu ersten einfachen Mitteln wie Sauberkeit, Sicherheit und einheitlichen Öffnungszeiten. Auch im Ausbau der Internetauftritte von Gemeinde und GGT sieht er noch viel Handlungsspielraum.

Monika Siegel berichtete aus ihrer praktischen Arbeit: Ihre Stelle wird von der Stadt Mölln bezahlt, die Aktionen von den Akteuren, sprich den Geschäftsleuten. Sie sieht ihre Arbeit als Lotsenfunktion zwischen Verwaltung, Gewerbetreibenden, auch untereinander, und Bürgern. „Alle Citymanager sind bundesweit untereinander vernetzt. Wie bieten in Mölln einen Jahresplan, haben einen Handelsbeirat, bieten Händlertreffen und Vorträge an sowie Newsletter und Internetpräsenz.“ Siegel zeigte auch anschaulich, was ein Stadtmanager nicht leisten kann: Straßen verbessern, Angebote für Jugendliche schaffen, Leerstände beseitigen. Ziele seien unter anderem, Einkaufserlebnis zu schaffen und die Kundenbindung zu stärken.

Schnell wurde deutlich, dass die Stadt Mölln mit 18  000 Einwohnern (mit Umland etwa das doppelt soviel) und die Gemeinde Trittau mit 8700 Einwohnern, mit der Region etwa 200  00 , nicht eins zu eins vergleichbar sind. In Mölln kommen zudem viele Touristen und Kurgäste hinzu.

„Geht es nicht ne Nummer kleiner“, fragte daher Gemeindevertreter Detlef Ziemann (Grüne), das sei alles überdimensioniert. Auch die Wortmeldungen anderer Politiker zeigten, dass sie den Bedarf eines Stadtmanagers sehen, aber nicht bereit sind, den über die Stadt zu finanzieren. Jens Hoffmann (CDU) lobte einerseits das große Engagement der GGT, genauso wie Sabine Paap (Grüne), gab aber zu Bedenken, dass schon jetzt bei einem Jahresbeitrag von nur 160 Euro nicht jeder Gewerbetreibende Mitglied in der GGT sei. Beim städtischen Haushalt stehe der Schuldenabbau im Vordergrund. Er könne sich ein Zuschuss der Gemeinde vorstellen. „Wie viel ist es der GGT wert?“, fragte auch Peter Lange (SPD), der sich eine Teilung der Kosten vorstellen kann.

Ute Agatz (SPD) regte zudem an, auch die Kunst und Kultur ins Stadtmanagement einzubinden. Bisher würde an vielen Stellen ein bisschen gemacht, das sei Flickwerk. Bürgermeister Oliver Mesch konnte sich ebenfalls vorstellen, die Stellenbeschreibung mit Naherholung und Tourismus anzureichen.

Der Abend war ein erster Schritt, das Thema soll weiter verfolgt werden. Ob es in den Ausschüssen diskutiert wird oder ob ein Arbeitskreis gegründet wird, wird noch entschieden.



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