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Stormarner Tageblatt

18. Dezember 2017 | 15:59 Uhr

„Alleinerziehend – aber nicht allein“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Seit zwei Jahrzehnten erfreut sich in Bad Oldesloe das Treffen für Alleinerziehende regen Zulaufs

shz.de von
erstellt am 17.Mär.2016 | 11:01 Uhr

Vater, Mutter, Kind – dieses Familienmodell wird in Deutschland immer seltener. Gleichzeitig steigt die Zahl der Alleinerziehenden deutlich an, zurzeit auf etwa ein Fünftel aller Familien. 90 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen. Vor 20 Jahren startete deshalb in Bad Oldesloe das Angebot „Alleinerziehend – aber nicht allein!“ in den Räumen der Evangelischen Familienbildungsstätte und erfreut sich bis heute regen Zulaufs.

„In diesem Kontext und mit der langen Kontinuität ist das Projekt schon einmalig im Kreis Stormarn“, sagt Renate Günther nicht ohne Stolz. Die Sozialpädagogin gehörte zu den ersten Betreuerinnen der Gruppe und leitet heute das Kinderhaus Blauer Elefant des Kinderschutzbundes, der zu den Trägern des Alleinerziehendenprojektes gehört. Die Gruppe sei seit vielen Jahren sehr kontinuierlich und werde von rund sieben Frauen zwischen 25 und 48 Jahren besucht. Das Besondere ist, dass die Mütter ihre kleinen Kinder mitnehmen können, die separat von zwei Fachkräften betreut werden. Zwei pädagogisch versierte Frauen leiten die Gruppe an, die Treffen finden alle zwei Wochen jeweils freitags zwischen 16 und 19 Uhr in den Räumen der Familienbildungsstätte statt, die wie die Stadt Bad Oldesloe ebenfalls zu den Trägern gehört. „Im Vorfeld wird erst einmal geklärt, ob das Angebot für neue Interessentinnen auch das Richtige ist“, sagt Marion Gurlit, Alleinerziehende Männer sind in der reinen Frauengruppe nicht zugelassen. „Wir wollen das nicht mischen, denn Frauen und Männer haben in der Regel ganz unterschiedliche Ausgangslagen“, weiß die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Pro Treffen wird ein Kostenbeitrag von zwei Euro erhoben, was für jede Frau erschwinglich ist.

Im Fokus der Treffen stehen Beratung, Austausch und Lebenshilfe. Außerdem gibt es Sommerfeste und Weihnachtsfeiern, gemeinsame Ausflüge und Entspannungsnachmittage. „Außerdem geht es auch immer darum, wie man mit dem Vater der Kinder kommuniziert, um Fragen des Unterhalts, der Erziehung und um berufliche Themen. Es sind immer sehr intensive Treffen“, sagt Renate Günther. Deshalb seien auch zwei Anleiterinnen für die Gruppe wichtig. „Nach zwei bis drei Jahren gründen die Frauen oft eine eigene, private Gruppe. Wir stellen dann nur noch die Räumlichkeiten zur Verfügung“, so Ulrike Haeusler, Leiterin der Familienbildungsstätte.

Der 20. Geburtstag der Alleinerziehendengruppe soll das ganze Jahr über mit mehreren Veranstaltungen gefeiert werden. Gestartet wird der bunte Reigen mit einer Ausstellung, die am 4. April im Stadthaus startet und anschließend in der Stadtbibliothek und der Familienbildungsstätte zu sehen sein wird. Gezeigt werden Fotos und Texte, die unter dem Motto „Kompetent und zuverlässig im Beruf – Alleinerziehende in Brandenburg“ stehen. Am 19. April öffnet die Beratungsstelle „Frau & Beruf“ ihre Pforten für einen Tag der offenen Tür und am 27. April kommt die bekannte Autorin Eva Almstädt zu einer Krimilesung ins Bürgerhaus. „Im Mittelpunkt ihres neuen Buches ‚Ostseetod’ steht die alleinerziehende Kommissarin Pia Korittki, das passt gut zum Thema“, freut sich Marion Gurlit. Desweiteren stehen ein Vortrag, eine Filmvorführung und ein Infoabend über die Schwangerschaft Alleinerziehender auf dem Programm.


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