Alle wollen Zebrastreifen zurück

Gefährliches Überqueren der Paul-von-Schoenaich-Straße in Höhe der Matthias-Claudius-Schule. Vor den Bauarbeiten gab es hier einen Zebrastreifen.
Gefährliches Überqueren der Paul-von-Schoenaich-Straße in Höhe der Matthias-Claudius-Schule. Vor den Bauarbeiten gab es hier einen Zebrastreifen.

Alle Fraktionen der Karpfenstadt sowie die Seniorenunion fordern den Fußgängerüberweg in der Innenstadt zurück

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18. Dezember 2014, 11:18 Uhr

Die Diskussion über den fehlenden Zebrastreifen in der Paul-von-Schoenaich-Straße hält an. Nach Ende der umfangreichen Pflaster-Arbeiten wurde der Zebrastreifen in Höhe des ehemaligen Schlecker und des Schuhgeschäftes nicht wieder angelegt. Laut Straßenverkehrsbehörde sei dieser nicht zwingend notwendig, weil bei einer Messung zu wenige Fußgänger und Autos gezählt worden waren. Die Fraktion der Grünen stellt diese Aussage in Frage und bittet Bürgermeister Heiko Gerstmann, nochmals bei der Verkehrsaufsicht des Kreises nachzuhaken. Um einen Zebrastreifen zu rechtfertigen, müssen 50 Fußgänger und 200 Kraftfahrzeuge pro Stunde gezählt werden. Dies sei , so die Grünen, gerade morgens zu Schulbeginn, mittags nach Schulschluss und sicher auch im Berufsverkehr der Fall.

Die SPD stellte ebenfalls bei einer Begehung der Örtlichkeit mit Bürgern fest, dass der Zebrastreifen für die Verkehrssicherheit notwendig ist. Dieser Meinung schließen sich WIR und CDU an. Aber: am Ende entscheidet die Verkehrsaufsicht des Kreises.

Die Grünen weisen auf Ausnahmeregelungen hin, die im Falle des Zebrastreifens in der Reinfelder Innenstadt durchaus ihre Berechtigung hätten. Das Überqueren der Straße durch Grundschüler auf dem Weg zur Schule sei allein Grund genug für eine Ausnahmeregelung, so Geert Karnick (Grüne). Jetzt schlägt auch Hans-Peter Lippardt von der Seniorenunion eine Bresche für den Fußgängerübergang und fordert, diesen auch gegen die Meinung des Verkehrsamtes des Kreises durchzusetzen. „In der Paul-von-Schoenaich Straße wickelt sich der Fußgängerverkehr vorwiegend Richtung Bahnhof auf der rechten Seite ab. Der Wochenmarkt, der stark frequentierte Pkw-Parkplatz und die Grundschule befinden sich auf der linken Seite. Alle, die diese Orte erreichen wollen, müssen die Straße überqueren“, betont der Vorsitzende der Reinfelder Seniorenunion. Ältere Menschen seien aufgrund körperlicher Einschränkungen und nachlassendem Hör- und Sehvermögen neben Kindern ganz besonders gefährdet und bräuchten daher einen sicheren Übergang. „Dabei wäre das sicherste natürlich – neben einem barrierefreien Übergang – eine Fußgängerampel“, so Hans-Peter Lippardt weiter. Beides sei vielleicht etwas hoch gegriffen, aber ein Zebrastreifen sei leicht machbar.
„Es kann in einem demokratischen Staat nicht mehr angehen, dass eine Behörde ohne ein Einvernehmen mit der Gemeinde über deren Miteinander bestimmt. Hier ist dringend eine Änderung der Gesetzeslage erforderlich“, empört sich der Vorsitzende.

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