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Stormarner Tageblatt

15. Dezember 2017 | 08:05 Uhr

All you need

vom

Gedanken zum Sonntag Exaudi

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Vorbei ist der Kirchentag, das Festival der evangelischen Christenmenschen hat Hamburg verlassen. Was nun bleibt, ist der Alltag. Die Kirchen merklich leerer, die Stimmung nicht mehr so euphorisch, zumindest nicht immerzu. Manchmal Katerstimmung. Zumindest: jetzt gibt es Schwarzbrot in den Gemeinden. Ich habe nichts dagegen. Wer wollte schon tagtäglich Fünf-Gänge-Menüs essen? Auch im übertragenen Sinn: Das Grundgefühl der Christen braucht ein rechtes Maß. Das Fest hat seine Zeit - und der Alltag auch.

Jetzt, so kurz danach, klingen etliche Eindrücke vom Hamburger Kirchentag in mir nach. Die Freude auf den Straßen, das gesellschaftliche Engagement bei den Diskussionen. Und ein guter Rat zur energetischen Vorratshaltung - dazu gleich mehr.

Viele Menschen fragen beharrlich: Wie soll es weitergehen in unserem Land? In dieser wunderschönen und so arg zerbrechlichen Welt? Wie soll es weitergehen mit meinem eigenen Leben? Mit dem Kirchentagsmotto "Soviel du brauchst" verbinden sich die gesellschaftlichen Fragen mit den persönlichen. Wann hast du genug, wie viel brauchst du zum Glück, können wir teilen, und: wie viel können wir uns noch leisten? Dein eigener Lebensstil und die großen Linien der Gesellschaft werden geprüft an der Frage nach dem "Genug". Spannend, finde ich!

Um die großen Themen zu stemmen, um mutig und fröhlich neue Wege in Sachen Gerechtigkeit und Frieden auszuprobieren, braucht es für jede von uns einen Vorrat an guter Energie. Damit wir im Alltag nicht schlapp machen. Eine Musikerin brachte es in Hamburg auf den Punkt. Die Beatles hätten da eine gute Idee gehabt, meinte sie, und sang den großartigen Klassiker "All you need is love". Auch diesen Anstoß nehme ich vom Hamburger Kirchentag mit. Liebe brauchen wir für unser Leben. Die Lebenskraft, die uns alle in Bewegung bringt. Und in Kontakt mit unseren Nächsten. Und den Liebsten. Und mit Gott.

Die Liebe trägt durch Durststrecken. Die Liebe tröstet. Sie strahlt. Sie mag Festtage und Alltage. Sie verändert zum Guten. Die Liebe schenkt Dankbarkeit und Demut. Manchmal ist sie maßlos. Das darf sie, nur sie, ausnahmsweise. Denn sie steht dafür, dass Gott dir gibt, was du zum Leben brauchst. Das Wesentliche ist doch schon längst da.

Friedemann Magaard

Leiter des Christian Jensen Kolleg Breklum (Ökumenisches Bildungszentrum in Nordfriesland, Partnerhaus des "Haus am Schüberg", Ammersbek)

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