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Bad Oldesloe : Alarm im Kub: Hausmeister angegriffen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ein Sicherheitsdienst soll gegen Jugendgruppen, die im Kultur- und Bildungszentrum ihr Unwesen treiben, vorgehen.

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erstellt am 06.Dez.2017 | 06:00 Uhr

War das ein Vorfall mit Ansage. Wie die Polizei bestätigt, ist ein Hausmeister im Kub von einem Jugendlichen attackiert worden. Er wollte eine Gruppe junger Leute des Hauses verweisen, es kam zu einem Tumult in dessen Verlauf der Hausmeister geschlagen und verletzt wurde. Er musste ins Krankenhaus und ist jetzt dauerkrankgeschrieben. Der mutmaßliche Täter ist ermittelt, denn die Jugendlichen flüchteten nicht vom Kub, sondern waren nach Polizeiangaben noch vor Ort, als die Beamten eintrafen. So konnte der Hausmeister seinen Angreifer identifizieren.

„Es war absehbar, dass irgendwas passiert“, kritisiert Patrick Niemeier, Sprecher der Hauptnutzer im Kub. Vergangenes Jahr um die Weihnachtszeit herum habe es angefangen. Anfangs verschwanden Getränke, eine Abendkasse wurde geklaut, ein Laptop gestohlen, es kam zu Verunreinigungen, Vandalismus und Provokationen. „Die Hemmschwelle ist immer weiter gesunken. Ich habe es erlebt, dass nachts um 1.30 Uhr plötzlich Leute bei mir im Probenraum standen. Wir sind inzwischen sehr vorsichtig geworden.“ Am „schlimmsten Abend“ hätten sich etwa 60 Jugendliche im Kub herumgetrieben. Nur durch ihre Anwesenheit hätten die Jugendliche einige andere Kub-Besucher verängstigt.

Auf ihren regelmäßigen Treffen hätten die Kub-Nutzer das Problem immer wieder thematisiert. Niemeier: „Die Immobilienabteilung und die Stadtjugendpflege wissen seit bestimmt einem halben Jahr davon.“ Eines der formalen Probleme: Im Kub hänge keine Hausordnung.

Das Kub ist trocken und geheizt, es gibt W-Lan gratis – das hat auf eine gewisse Klientel eine magische Anziehungskraft. „Zu 80 Prozent sind das Mädels“, erklärt Niemeier: „Wenn du einzeln mit denen redest, kommen da sehr traurige Geschichten hoch.“ In Einzelfällen sei es gelungen, Jugendliche als Helfer für Klangstadt-Veranstaltungen zu gewinnen. „Ich bin sehr enttäuscht von der Entwicklung, weil wir unsere Hand sehr weit ausgestreckt hatten“, so Niemeier.

Ähnlich sieht das Musikschulleiter Alireza Zaré: „Das Haus soll für alle offen sein, wir kannten das Problem, aber wir haben sie mit unseren Angeboten nicht erreicht. Ich mache mir Sorgen, was macht man mit Jugendlichen, für die in unserer Gesellschaft kein Platz ist? Wir müssen sie doch irgendwie auffangen.“

Zaré fordert „Fachleute“. „Die haben doch alle Smartphones, die beschäftigen sich mit Musik – da muss man doch was machen können“, ist er überzeugt: „Das würde zwar Geld kosten, wäre aber eine gute Investition.“

Von der Stadt sei nichts zu erwarten, stellt Bürgermeister Jörg Lembke klar: „Das ist wohl bar jeder Diskussion. Aber natürlich wird sich der Jugendbereich der Sache annehmen.“ Von Sozialarbeit hält der Verwaltungs-Chef nicht viel. „Wir können nicht jedem den Bauch pinseln“, erklärt Lembke. Als Sofortmaßnahme hat er deshalb einen Sicherheitsdienst beauftragt, nach dem Rechten zu sehen und „in den Abendstunden das Hausrecht durchzusetzen“. Aber natürlich werde es beim Konzept eines offenen Hauses bleiben.

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